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| Abstract | 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin |
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| Das Wesen der zentralen Hemmung - sympathische Tricks in der Pupillenregulation Wilhelm B. AG Pupillenforschung, Abt. Pathophysiologie des Sehens und Neuroophthalmologie, Universitäts-Augenklinik Tübingen, Schleichstr. 12-16, 72076 Tübingen Die Weite der Pupille wird ausschließlich vom autonomen Nervensystem
gesteuert. Im Irisstroma liegen der M. sphincter pupillae - parasympathisch
innerviert - und der M. dilatator pupillae - sympathisch innerviert .
Im Prinzip sind diese beiden Muskeln Antagonisten, jedoch ohne Chancengleichheit.
Die Konstriktion der Pupille bei der Lichtreaktion und Nahreaktion wird
ausschließlich vom Parasympathikus gelenkt. Für die Pupillenlichtreaktion
ist ein komplexer Regelkreis verantwortlich, welcher Strukturen wie das
Corpus geniculatum laterale, Prätektum und die Edinger-Westphal-Kerne
(EW) einschließt. Je nachdem, wo im Verlauf der Pupillenbahn eine
Läsion lokalisiert ist, macht sie entweder durch einen relativen
afferenten Pupillendefekt oder einen vollständigen Ausfall der Lichtreaktion
auf sich aufmerksam. Der Sympathikus wirkt in der Phase der Redilatation
nach einer parasympathisch ausgelösten Konstriktion auf Licht oder
Naharbeit mit. So lässt sich zum Beispiel eine Sympathikusläsion
(Horner-Syndrom) an einer verzögerten Redilatation erkennen. Die
Domäne des Sympathikus ist die Einstellung der Pupillenweite im Dunkeln
und die Pupillenerweiterung durch Freude, Schmerzen oder andere Zustände
mit angehobenem zentralen Aktivierungsniveau. Er bewirkt dies einmal peripher
durch erhöhte noradrenerge Aktivität und Kontraktion des Dilatator
pupillae. Dieser Effekt ist aber nur geringfügig. Der Hauptmechanismus
heißt zentrale Hemmung. Auf mindestens zwei bislang bekannten Bahnen
hemmt der zentrale Sympathikus die parasympathischen EW-Kerne im Okulomotoriuskomplex.
So führt ein hoher zentraler Sympathotonus (Wachzustand) zur Mydriasis,
ein Nachlassen zur Miosis (Schlaf). Im Laufe des Lebens lässt diese
zentrale Hemmung nach - das drückt sich aus in einer abnehmenden
Pupillenweite mit dem Lebensalter - aber sie tut dies auch situativ, wenn
die zentralnervöse Aktivierung aufgrund von Schläfrigkeit abnimmt.
Die Pupillenweite wird dann instabil und strebt den Zustand "Schlaf
= Pupille eng" an. Diese Schläfrigkeitswellen liegen
dem pupillographischen Schläfrigkeitstest (PST, AMTech, Weinheim)
zugrunde. Auch in der Redilatation der Pupillenweite nach Stimulierung
mit Licht oder Naharbeit ist das Prinzip der zentralen Hemmung beteiligt.
Neuere Ergebnisse sprechen zudem dafür, dass Pupillenantworten auf
isoluminante Farb- und Musterwechsel durch passagere Blockade der
hemmenden Kanäle erklärbar sind. |
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