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| Abstract | 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin |
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| Therapie der Optikusneuritis nach der CHAMPS-Studie Wilhelm H. Universitäts-Augenklinik Tübingen, Abt. für Pathophysiologie des Sehens und Neuroophthalmologie; 72076 Tübingen In der CHAMPS-Studie wurde die Wirkung einer sofort beginnenden Therapie
mit Beta-Interferon 1a (Avonex®) bei der ersten Manifestation einer
Multiplen Sklerose gegen Placebo geprüft (Jacobs LD, Beck RW,
Simons JH, et al. Intramuscular interferon beta-1a therapy initiated during
a first demyelinating event in multiple sclerosis. N Engl J Med 2000;
343:898- 904). Unter den insgesamt 383 Patienten litten 192 an einer
Optikusneuritis. Um an der Studie teilnehmen zu können, mussten im
Kernspintomogramm 2 oder mehr klinisch stumme Läsionen, mindestens
3 mm Durchmesser, mindestens eine periventriculär oder eiförmig,
zu finden sein. Nach drei Jahren hatten in der Verum-Gruppe 35% weitere
Multiple- Sklerose-Symptome entwickelt, so dass nun von klinisch gesicherter
MS gesprochen werden konnte, in der Placebo-Gruppe waren es 50% (signifikanter
Unterschied). Die Entmarkungsherde im Kernspintomogramm nahmen in unter
Placebo um 16% zu, unter Avonex nur um 1%. Die Umsetzung dieser Studie
in die klinische Praxis wirft viele Fragen auf, da die Behandlung Nebenwirkungen
hat, möglicherweise auch unbekannte Risiken bei lang dauernder Applikation
und sehr teuer ist. Die Multiple Sklerose Therapie Konsensus Gruppe empfiehlt
folgendes Vorgehen: Beginn der Therapie nach 1. Schub so wie in der Studie,
wenn bei Nachweis intrathekaler IgG-Synthese und subklinischer Dissemination
im Kernspintomogramm nach Ausschluss anderer Ursachen - sich eine funktionell
beeinträchtigende Schubsymptomatik unter Kortisonstoßtherapie
nicht ausreichend innerhalb von 2 Monaten zurückbildet oder - eine
hohe Läsionslast (=6 Herde) im kraniellen Kernspintomogramm vorhanden
ist oder - aktive Entzündungsherde (Gadoliniumaufnahme) oder eindeutige
Zunahme der T2-Läsionen in einer Folgeuntersuchung innerhalb von
6 Monaten nachweisbar sind (Nervenarzt (2001) 72: 150-157).
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