Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Bestrahlungsparameter und Tumorregression bei Brachytherapie maligner Melanome der Aderhaut mit Ru106/Rh106-

Wilke I., Schaudig U.

Augenklinik und Poliklinik, Universitäts-Klinikum-Eppendorf, Martinistrasse 52, 20246 Hamburg

Hintergrund: Trotz langjähriger Erfahrung in der Brachytherapie mit Ru106/Rh106-Applikatoren bestehen immer noch unterschiedliche Dosierungsrichtlinien hinsichtlich der Tumorspitzen- und Gesamtdosis, der günstigsten Energiedosisleistung und der Bestrahlungsdauer.
Ziel der Studie war es, den Einfluss der Bestrahlungsparameter auf das Rückbildungsverhalten von Aderhautmelanomen zu analysieren.
Material und Methode: In einer retrospektiven Auswertung der klinischen Daten von 222 Patienten aus den Jahren 1985 bis 1990 und 1993 bis 1999 wurde die prozentuale Abnahme der Prominenz und des Volumens bis zu 30 Monate nach Bestrahlung ermittelt und auf einen Zusammenhang mit der applizierten Dosis an der Sklera, der aktuellen Energiedosisleistung des Applikators und der Protrahierungszeit mittels der Rangvarianzanalyse getestet.
Ergebnisse: Die Sklerakontaktdosis beeinflusste mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 36% die Prominenz- und Volumenreduktion mittelgroßer Tumoren innerhalb der ersten zwei Jahre. Für kleine und große Tumoren sowie das Gesamtkollektiv ließ sich keine lineare Korrelation feststellen. Die deutlichsten Tumorreduktionen innerhalb der ersten zwei Jahre wurden nach einer Gesamtdosis von 800 - 1060 Gy erzielt. Die Dosisleistung des Applikators und die Protrahierungszeit hatte keinen Einfluß auf das Rückbildungsverhalten.
Schlußfolgerung: Energiedosisleistung und Protrahierungszeit beeinflussen das Regressionsverhalten von Aderhautmelanomen nach Brachytherapie nicht. Es findet sich keine lineare Korrelation zwischen der Sklerakontaktdosis und der Tumorregression, allerdings besteht eine Abhängigkeit zumindest für mittelgroße Tumoren mit hoher Wahrscheinlichkeit. Die Ergebnisse bestätigen andere Studien, in denen eine Mindestdosis von über 700 Gy an der Tumorbasis gefordert werden, auch wenn eine minimal notwendige Dosis anhand der vorliegenden Daten nicht statistisch gesichert werden kann.




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