Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Amblyopie bei unilateraler kongenitaler Fibrose

Wolter-Roessler E., Gusek-Schneider G.-C.

Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, 91054 Erlangen

Hintergrund: Amblyopien des Ptosisauges und des Partnerauges trotz Kopfzwangshaltung bei Ptosen mit komplexeren Bewegungseinschränkungen sind in der Literatur beschrieben. Die vorliegende Kasuistik soll die Wichtigkeit der Sehschärfenüberprüfung und die Erhebung eines kompletten orthoptischen Status auch bei geringradig ausgeprägter Ptosis verdeutlichen.
Patient: Wir berichten über eine 5-jährige Patientin, die sich in unserer Schielambulanz vorstellte. Den Eltern war ein Höherstand des rechten Auges beim Aufblick aufgefallen. Des weiteren berichteten sie über eine zeitweise auffällige Ptosis am linken Auge. Bei der Überprüfung der Sehschärfe zeigte sich ein reduzierter Visus am rechten Auge bei vollem Visus des linken Auges. Die Motilität am linken Auge war in beiden Blickrichtungen in ihrer Hebung eingeschränkt. Aus diesem Bild ergab sich der Hinweis auf eine mechanische Motilitätsstörung im Sinne einer kongenitalen Fibrose des Musculus rectus inferior des linken Auges. Aufgrund der bevorzugten Linksfixation hatte sich aufgrund des sekundären Schielwinkels eine Amblyopie am rechten Auge entwickelt. Die Okklusionsbehandlung des linken Auges erbrachte einen Visusanstieg auf 0,8.
Schlußfolgerung: Auch bei geringgradigen ausgeprägten Motilitätsstörungen oder Ptosen ist eine genaue Überprüfung der Sehschärfe und die Erhebung eines kompletten orthoptischen Status nötig, um eine Amblyopie rechtzeitig zu erkennen und zu therapieren.




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