Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Bilaterale anteriore ischämische Optikusneuropathie nach akutem Blutverlust

Zöller C.-C., Schmidt W.

Zentrum für Augenheilkunde, Friedrichstraße 18, D-35392 Gießen

Hintergrund: Es wird über den seltenen Fall einer beidseitigen sektoriellen Optikusatrophie nach suizidversuchbedingter Anämie berichtet.
Patient: Ein 23-jähriger Mann stellte sich 10 Tage nach einem Suizidversuch mit inferioren Gesichtsfeldausfällen beidseits vor. In der Folge dieses Suizidversuchs durch Eröffnung der Aa. radiales war es zu einem akuten Hämoglobinabfall auf 53 g/l gekommen.
Befunde: Bei der Erstuntersuchung lag der bestkorrigierte Visus rechts bei 1,0 und links bei 1,2. Die Goldmann-Perimetrie zeigte rechts einen fast kompletten Ausfall der inferioren Quadranten mit einem Zentralskotom für die Prüfmarke I3 und links einen inferonasalen Quadrantenausfall. Die Funduskopie ergab beidseits prominente randunscharfe Papillen. Der sonographische Orbitabefund, die MRT und die neurologische Untersuchung waren regelrecht. Es fiel eine Anisokorie (RA 7mm, LA 5mm) auf. Der Wechselbeleuchtungstest war negativ. Im weiteren Verlauf über 9 Monate zeigte sich funduskopisch und fluoreszensangiographisch rechts eine obere und links eine superotemporale sektorförmige Optikusatrophie korrelierend zu den Gesichtsfeldausfällen. Das rechtsseitige Zentralskotom war nicht reproduzierbar. Die weiteren Kontrollen zeigten die Gesichtsfeldausfälle unverändert. Der Visus betrug zuletzt beidseits 1,2.
Schlußfolgerung: Eine bilaterale anteriore ischämische Optikusneuropathie ist eine seltene Komplikation einer Anämie durch akuten Blutverlust und kann in persistierenden Gesichtfeldausfällen ohne fovealen Sehschärfeverlust resultieren. Deshalb ist es wichtig, neben den Angaben zur fovealen Sehschärfe auch die Symptomatik von Gesichtsfeldausfällen zu beachten, um frühzeitig eine gezielte Therapie einzuleiten.



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