Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Immunhistochemische Analyse von Cystatin C bei altersabhängiger Makuladegeneration

Zurdel J., Zubaty V., Nitsch R. M., Richard G.

Augenklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Hintergrund: Cystatin C (CSC) ist ein Cysteinproteaseinhibitor, der Cysteinproteasen inhibiert und insbesondere mit der Regulation von Kathepsin S in Verbindung gebracht wurde, einer Protease, die beim Abbau äußerer Stäbchensegmente in RPE-Zellen eine Rolle spielt. In dieser Studie wurde immunhistochemisch die Expression von CSC in Makulaschnitten mit früher AMD und bei Kontrollschnitten, sowie in exzidierten subretinalen Neovaskularisationsmembranen untersucht.
Methoden: Makulaschnitte wurden von Spenderaugen gewonnen, SNV-Membranen wurden mittels Pars Plana Vitrektomie exzidiert. Die Gewebe wurden in 10% Formalin fixiert, in Ethanol dehydriert, in Chloroform gewaschen und dann in Paraffinblöcke eingebettet. 4µm-Schnitte wurden angefertigt. Die Schnitte wurden deparaffiniert, rehydriert und dann mit Proteinase K behandelt. CSC-Antikörper wurde 1:400 verdünnt angewendet, darauf folgend in mehreren Schritten mit Chromogen sichtbar gemacht. AZellen des Pankreas wurden als Positivkontrollen verwandt, Negativkontrollen wurden für jedes Präparat mitgefärbt.
Ergebnisse: CSC fand sich in Makulaschnitten und exzidierten SNV-Membranen. 7 SNV-Membranen waren klassisch oder überwiegend klassisch, 10 waren okkult. Klassische Membranen zeigten den weitaus höchsten Gehalt an CSC basierend auf einer semiquantitativen Skala. Das Verteilungsmuster zeigte Anhäufungen von CSC in der Umgebung eingeschlossener RPE-Zellen, wenig CSC im fibrovaskulären Gewebe der Membranen selbst. Bei gleichem Verteilungsmuster fand sich in okkulten SNVMembranen deutlich weniger CSC. In Makulaschnitten zeigte sich erneut eine Anhäufung von CSC im Bereich des RPE, die sich als Band von Immunstaining darstellte. Kein CSC fand sich in Drusen. Nur Spuren von CSC stellten sich in choroidalem Gewebe dar, Melanozyten waren überwiegend negativ. Intermediäre Mengen von CSC-Staining zeigten die innere und äußere plexiforme Schicht. Schnitte von jungen Kontrollmakulae zeigten, abgesehen von den fehlenden spezifischen Veränderungen der frühen AMD keine Unterschiede hierzu.
Schlußfolgerungen: CSC findet sich in exzidierten SNV-Membranen bei AMD. Es wird in RPE-Zellen produziert und in den Extrazellulärraum sezerniert. Eine Verbindung zwischen SNV-Entstehung und CSC läßt sich hiermit jedoch nicht herstellen. In Makulaschnitten findet sich CSC ebenfalls in den höchsten Konzentrationen in der direkten Umgebung des RPE. CSC akkumuliert nicht in Drusen. Die Rolle von CSC muß in Zellkulturmodellen weiter untersucht werden. Mögliche Zusammenhänge zwischen CSC und AMD werden diskutiert.




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