Immunhistochemische Analyse von Cystatin C bei altersabhängiger
Makuladegeneration
Zurdel J., Zubaty V., Nitsch R. M., Richard G.
Augenklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf
Hintergrund: Cystatin C (CSC) ist ein Cysteinproteaseinhibitor,
der Cysteinproteasen inhibiert und insbesondere mit der Regulation von
Kathepsin S in Verbindung gebracht wurde, einer Protease, die beim Abbau
äußerer Stäbchensegmente in RPE-Zellen eine Rolle spielt.
In dieser Studie wurde immunhistochemisch die Expression von CSC in Makulaschnitten
mit früher AMD und bei Kontrollschnitten, sowie in exzidierten subretinalen
Neovaskularisationsmembranen untersucht.
Methoden: Makulaschnitte wurden von Spenderaugen gewonnen, SNV-Membranen
wurden mittels Pars Plana Vitrektomie exzidiert. Die Gewebe wurden in
10% Formalin fixiert, in Ethanol dehydriert, in Chloroform gewaschen und
dann in Paraffinblöcke eingebettet. 4µm-Schnitte wurden angefertigt.
Die Schnitte wurden deparaffiniert, rehydriert und dann mit Proteinase
K behandelt. CSC-Antikörper wurde 1:400 verdünnt angewendet,
darauf folgend in mehreren Schritten mit Chromogen sichtbar gemacht. AZellen
des Pankreas wurden als Positivkontrollen verwandt, Negativkontrollen
wurden für jedes Präparat mitgefärbt.
Ergebnisse: CSC fand sich in Makulaschnitten und exzidierten SNV-Membranen.
7 SNV-Membranen waren klassisch oder überwiegend klassisch, 10 waren
okkult. Klassische Membranen zeigten den weitaus höchsten Gehalt
an CSC basierend auf einer semiquantitativen Skala. Das Verteilungsmuster
zeigte Anhäufungen von CSC in der Umgebung eingeschlossener RPE-Zellen,
wenig CSC im fibrovaskulären Gewebe der Membranen selbst. Bei gleichem
Verteilungsmuster fand sich in okkulten SNVMembranen deutlich weniger
CSC. In Makulaschnitten zeigte sich erneut eine Anhäufung von CSC
im Bereich des RPE, die sich als Band von Immunstaining darstellte. Kein
CSC fand sich in Drusen. Nur Spuren von CSC stellten sich in choroidalem
Gewebe dar, Melanozyten waren überwiegend negativ. Intermediäre
Mengen von CSC-Staining zeigten die innere und äußere plexiforme
Schicht. Schnitte von jungen Kontrollmakulae zeigten, abgesehen von den
fehlenden spezifischen Veränderungen der frühen AMD keine Unterschiede
hierzu.
Schlußfolgerungen: CSC findet sich in exzidierten SNV-Membranen
bei AMD. Es wird in RPE-Zellen produziert und in den Extrazellulärraum
sezerniert. Eine Verbindung zwischen SNV-Entstehung und CSC läßt
sich hiermit jedoch nicht herstellen. In Makulaschnitten findet sich CSC
ebenfalls in den höchsten Konzentrationen in der direkten Umgebung
des RPE. CSC akkumuliert nicht in Drusen. Die Rolle von CSC muß
in Zellkulturmodellen weiter untersucht werden. Mögliche Zusammenhänge
zwischen CSC und AMD werden diskutiert.
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