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Änderung der Lebensqualität nach Kataraktchirurgie: Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie im Zeitraum 04/2001-03/2002
1Lohmeier A., 2Dick H. B., 3Krummenauer F., 1Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Koordinierungszentrum für Klinische Studien (Mainz) 2Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Universitäts-Augenklinik (Mainz) 3Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS) (Mainz)
Hintergrund: In zahlreichen Publikationen wird die Änderung des Visus nach Kataraktchirurgie als Surrogatparameter für die Lebensqualität angegeben. Ziel dieser Untersuchung war die psychometrische Evaluation der subjektiv empfundenen Lebensqualität von Kataraktpatienten sowie deren Korrelation mit der Änderung des Visus als klinisch objektivem Endpunkt. Ferner sollte das für diese Indikation speziell entwickelte Erhebungsinstrument auf seine Gangbarkeit überprüft werden. Methode: Bei allen im Zeitraum 04/2001 03/2002 in der Augenklinik der Universität Mainz an einer Katarakt operierten Patienten wurde 1 Tag vor dem Eingriff und 4-6 Wochen danach schriftlich Information zu folgenden Aspekten erhoben: In 85 Fragen zur Mobilität der Patienten im Alltag, zu physischen und psychischen Einschränkungen, zur Betreuung vor und nach dem Eingriff, zur sozialen Aktivität, zu durch den Eingriff bedingten Komplikationen und zur generellen Zufriedenheit mit dem Ergebnis des Eingriffes wurden Angaben in einer vierwertigen Antwortskala erhoben. Aus diesen Bereichen wurden dann mittlere Globalscores der zugehörigen Einzelfragen bestimmt mit einem Wertebereich von 1.0-4.0 (1.0=bestmögliche Zufriedenheit bis 4.0=maximale Unzufriedenheit). Diese wurden nach Spearman mit der objektiven Visusänderung zum Zeitpunkt des schriftlichen Interviews korreliert; Gruppenvergleiche bezüglich dieser Scores erfolgten mittels Medianen und Quartilen sowie unverbundender Wilcoxon-Tests. Intraindividuelle Änderungen wurden mit dem Vorzeichentest auf Signifikanz geprüft. Lokale statistische Signifikanz wurde für p-Werte < 0.01 angenommen. Ergebnisse: Von 134 Patienten (Responserate 86%; 76 Patienten weiblich, 58 männlich; medianes Alter 73 Jahre) konnten die Scores zu obigen Aspekten bestimmt werden. Für das Gesamtkollektiv ergab sich ein medianer Anstieg des Visus um 2 Stufen (Interquartilbereich 0-4 Stufen, p<0.01); der postoperative Globalscore für die Zufriedenheit mit der Betreuung vor und nach dem Eingriff betrug im Median 1.3 (1.2-1.8), für die gewonnene Mobilität im Alltag 1.8 (1.3-2.5), für die soziale Aktivität 2.3 (1.6-2.9), für die Beschwerden durch postoperative Komplikationen 1.0 (1.0-1.4) und für die wieder gewonnene Belastbarkeit im Alltag 2.5 (1.9-3.1). Keine dieser subjektiven Dimensionen korrelierte klinisch relevant oder statistisch signifikant mit der klinisch objektiven Änderung des Visus (alle Korrelationen im Betrag < 20%, jeweils p > 0.1). Schlussfolgerungen: Die subjektiv empfundene Lebensqualität bzw. deren Änderung korreliert nicht nennenswert mit der Visusänderung. Keine der betrachteten Dimensionen dominiert die Gesamtbewertung des Eingriffes, sodass prima facie auf keinen der in das vorliegende Erhebungsinstrument eingeflossenen Aspekte verzichtet werden sollte. Die geringe Korrelation mit dem Visus zeigt, dass die Messung der Lebensqualität eine merkliche Zusatzinformation zu den üblicherweise erfassten klinischen Endpunkten liefert. Angesichts der sehr hohen Responserate und der Akzeptanz des Fragebogens bei den Patienten scheint für gesundheitsökonomische Studien zur Bewertung der Kosteneffektivität der Kataraktchirurgie ein gangbares und informatives Erhebungsinstrument gefunden zu sein.
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