Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Prognose des Plattenepithelkarzinoms bei atopischer Dermatitis

Mittelviefhaus H.,
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Augenklinik (Freiburg)

Hintergrund: Das Plattenepithelkarzinom der Haut hat bei immunkompetenten Patienten eine relativ gute Prognose. Bei atopischer Dermatitis ist der klinische Verlauf jedoch wesentlich ungünstiger. Dies ist eine neue Erkenntnis und muß im Behandlungskonzept berücksichtigt werden.
Patienten: 6 Patienten mit schwerer atopischer Dermatitis wurden wegen eines primären Plattenepithelkarzinoms des Lides (n=3) oder wegen eines auf die Conjunctiva palpebrae übergreifenden Plattenepithelkarzinoms der Bindehaut behandelt (Alter 28-72 Jahre, m=46 Jahre).
Verlauf: 2 Patienten hatten bereits bei der Erstvorstellung sonographisch bzw. bioptisch nachweisbare regionale Lymphknotenmetastasen. Bei 3 weiteren Patienten traten 5 bis 10 Monaten nach Entfernung des primären Tumors Metastasen auf. Bei 2 dieser Patienten entstandbis zu 10 Jahre danach ein zusätzliches Plattenepithelkarzinom am anderen Auge. Bei 4 Patienten wurden eine Neck-dissection und/oder eine totale Parotidektomie durchgeführt, 3 Patienten wurden mit 60 Gy nachbestrahlt. 2 der 6 Patienten verstarben nach 11 bzw. 18 Monaten.
Ergebnisse: Wegen des raschen Tumorwachstums war die differentialdiagnostische Abgrenzung zum Keratoakanthom schwierig. Ungewöhnlich waren auch das zum Teil noch geringe Alter der Patienten, die Beidseitigkeit, die häufige Lymphknotenbeteiligung sowie das aggressive Tumorwachstum. Bei 3 Patienten ließ sich eine Human Papilloma Virus Infektion nachweisen.
Schlussfolgerungen: Bei Patienten mit schwerer atopischer Dermatitis können bereits in jungen Jahren aggressiv wachsende Plattenepithelkarzinome der Lider auftreten, die zum Teil multilokulär wachsen und frühzeitig metastasieren. Bereits vor der Tumorbiopsie müssen die Lymphknotenstationen sonographisch untersucht werden, um zu vermeiden, daß die postoperative Entzündungsreaktion Lymphknotenmetastasen verschleiert. Die klinisch oft schwierige differentialdiagnostische Abgrenzung zum Keratoakanthom ist nur durch eine histologische Untersuchung mit Schnitten über die gesamte Tumorbreite möglich. Die Lymphknotenstationen sollten 2 Jahre lang vierteljährlich und danach zeitlebens in halbjährlichen Abständen kontrolliert werden.

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