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Traumatische Bulbusruptur nach Linsenextraktion: Unfallmechanismen und morphologische Befunde
Kono Kono J. O., Klaeßen D., Wegner A., Lanzl I., Technische Universität München, Klinikum rechts der Isar, Augenklinik (München)
Hintergrund: Die durch stumpfe äußere Gewalteinwirkung hervorgerufene komplette Durchtrennung aller Hornhaut- und/oder Skleraschichten des Augapfels (Bulbusruptur) hat eine schlechte Prognose im Hinblick auf den Visus und ist häufig der Grund zur Enukleation. Bulbusrupturen nach vorangegangener Linsenextraktion gehen mit schweren Komplikationen einher. Unfallmechanismen, morphologische Befunde und Heilungsverlauf im Bezug auf den erreichten Visus wurden in unserer Untersuchung analysiert. Methode: Prospektive Analyse von 18 Patienten (18 Augen), die von 1996 bis 2000 in der Augenklinik rechts der Isar München wegen Bulbusruptur nach vorangegangener Linsenextraktion behandelt wurden. Die mittlere Beobachtungszeit betrug 1,4 Jahre. Ergebnisse: Die Mehrheit der Verletzten waren Frauen (77 %). 17 der 18 Verletzten waren älter als 75 Jahre. Die Bulbusruptur ereignete sich nach Sturz (n=12), Faustschlag (n=3), Anstoßen (n=2) und Auto Air-bag Entfaltung (n=1). Bei allen Verletzten war eine Linsenextraktion vorangegangen. 15 Verletzte hatten zuvor eine Hinterkammerlinse erhalten, bei 3 Patienten konnte nicht festgestellt werden, ob und/oder wo die implantierte Linse vor dem Trauma lag. Eine knöcherne Begleitverletzung fand sich bei 5 Verletzten. Morphologisch fanden sich korneale (n=1), korneosklerale (n=6) und limbusparallele Verletzungen (n=11), Hyphäma (n=18), traumatische Aniridrie (n=8), Glaskörperprolaps (n=13), Netzhautablösung (n=14). Der bestkorrigierte Visus blieb bei der Hälfte der Verletzten unter 0,1. Zwei Augen wurden enukleiert. Ein Glaskörperprolaps und eine Netzhautablösung zeigten sich als für den Visus limitierende prognostische Faktoren. Schlussfolgerungen: Eine traumatische Bulbusruptur nach Linsenextraktion ist eine schwerwiegende Verletzung bei den meistens älteren und multimorbiden Patienten. Eine Aufklärung der Patienten, gegebenenfalls unter Mitwirkung der Angehörigen vor und nach Kataraktoperation und eventuelle Anpassung der häuslichen Umgebung an die Bedürfnisse dieser Patientengruppe, kann die Zahl der Verletzten senken.
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