Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Alterskorrelierte Normwerte für die semi-automatisierte kinetische Perimetrie (SKP) mit dem INTERZEAG Octopus 101 Instrument

1Schiefer U., 1Rauscher S., 1Sadowski B., 1Hermann A., 1Nowomiejska K., 2Vonthein R., 1Schiller J.,
1Universitäts-Augenklinik Tübingen, Abt. für Pathophysiologie des Sehens und Neuroophthalmologie (Tübingen)
2Institut für Medizinische Biometrie (Tübingen)

Hintergrund: Ermittlung alterskorrelierter Normwerte für die semi-automatisierte kinetische Perimetrie unter Berücksichtigung der individuellen Reaktionszeit.
Methoden: Mit Hilfe einer neuentwickelten Spiegeleinheit und einer neu konzipierten Bedienungsoberfläche für das OCTOPUS 101 Perimeter wurde eine gleichförmige Stimulusbewegung in jeder beliebigen Richtung im gesamten Kuppelbereich mit einer konstanten, frei wählbaren Winkelgeschwindigkeit bis zu 80°/s realisiert. Für die Untersuchung werden sog. "Vektoren" generiert, entlang denen sich definierte Lichtreize mit vorab festgelegter, konstanter Winkelgeschwindigkeit bewegen. Erfolgt eine Patientenantwort, so wird die aktuelle Stimulusdarbietung beendet. Für jede Reizbedingung werden im Rahmen der Normwertstudie sechs Stimulusdurchläufe in zentripetaler Richtung entlang der acht Hauptmeridiane dargeboten, um die lokale Streuung (Standardabweichung = SD) der lokalen Schwellen (Mittelwert der Exzentrizität) zu schätzen. Vier zusätzliche, im (intakten) zentralen Gesichtsfeld dargebotene Reaktionszeit-Messvektoren ermöglichen es, die Ergebnisse hinsichtlich des individuellen Patientenverhaltens zu korrigieren.
Ergebnisse: Alterskorrelierte Normwerte werden für insgesamt 84 augengesunde Personen (zwölf pro Altersdekade) ermittelt. So ergibt sich beispielsweise für die Goldmann-Marke III 4e mit einer Winkelgeschwindigkeit von 5°/s entlang des horizontalen Meridians eine "kinetische Schwelle (Exzentrizität)" von 53.7° ± 6.8° bzw. 54.4° ± 8.0° (jeweils Mittelwert ± SD) für die zweite und für die siebte Altersdekade. Unter Berücksichtigung der individuellen Reaktionszeiten erhöhen sich die zugehörigen Schwellenwerte auf 56.8° ± 6.5°, bzw. 57.3° ± 7.9°.
Schlussfolgerungen: Mit Hilfe dieser neuen semi-automatisierten kinetischen Perimetrieoption (SKP) des Octopus 101-Geräts lassen sich - weitgehend untersucherunabhängig - altersabhängige Normwerte für die lokale Schwelle und deren Streuung unter Berücksichtigung der individuellen Reaktionszeiten ermitteln.

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