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Offene Augenverletzungen bei Kindern
Beetari B., Krevet T. S., Ruprecht K. W., Käsmann-Kellner B., Universitätskliniken des Saarlandes, Augenklinik und Poliklinik (Homburg/Saar)
Hintergrund: Darstellung von Ätiologie und Befunden bei offenen Augenverletzungen (Alter 0-14 Jahre) sowie Darstellung von Therapiemöglichkeiten und visuellen Ergebnissen. Methode: Anhand eines standardisierten Erhebungsbogens erfassten wir retrospektiv die Daten von 41 Kindern (≤ 14 Jahren) mit offener Augenverletzung zwischen Januar 1990 und Dezember 1998. Erfasst wurden Patientenprofil, Unfallhergang, Art der Verletzung, Visus, Operationen und Nachbehandlung sowie Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht und Fremd- und Eigenverschulden. Ergebnisse: Der überwiegende Anteil der Kinder waren Jungen (68%). Die meisten Verletzungen passierten zu Hause (43%). Die Unfälle ereigneten sich meistens am Nachmittag zwischen 12 und 17 h. Bei 73% handelte es sich um Eigenverschulden. Der Anteil der penetrierenden Verletzungen lag bei 59%, der der perforierenden Verletzungen bei 12%, und bei 29% handelte es sich um eine Bulbusruptur. 22% (n=9) erhielten eine Linsenchirurgie, von denen 7 Kinder sekundär eine HKL bekamen. Das Zeitintervall zwischen dem Unfall und der Linsenimplantation lag zwischen 14 und 420 Tagen. 15% mussten wegen einer Netzhautablösung operiert werden. Eine sekundäre Enukleation musste im Folgezeitraum nur zweimal durchgeführt werden, bei einem Kind wegen sympatischer Ophthalmie. Bei 2 Kindern war keine Visuserhebung möglich. 4 Kinder hatten einen Endvisus von weniger als 0,3; 7 Kinder einen Endvisus zwischen 0,3 und 0,5 und 26 Kinder einen guten Endvisus von besser als 0,5. Schlussfolgerungen: Insgesamt zeigte sich, dass Jungen aufgrund ihres Freizeitverhaltens sich häufiger verletzten als Mädchen. Es ist zu einer sofortigen Behandlung der Aphakie zur Amblyopieprophylaxe durch Einsatz von Kontaktlinsen oder Implantation von Intraokularlinsen zu raten. Der letztendlich erreichte Visus korreliert zur Schwere der Verletzung. Eine größere öffentliche Aufklärung über die Gefahr von Augenverletzungen bei Kindern, eine verantwortungsvolle Aufsicht der Eltern und die Aufklärung der Kinder über gefährliche Spielzeuge (z.B. im Kindergarten) könnten dazu beitragen, viele dieser Verletzungen zu vermeiden.
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