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Retinale ICG-Einlagerung nach ILM-Anfärbung bei der Makulaforamen-Chirurgie?
Jesse I., Lommatzsch A., Pauleikhoff D., St. Franziskus-Hospital, Augenabteilung (Münster)
Hintergrund: In tierexperimentellen Studien wurde eine axonale Akkumulation von ICG mit konsekutivem Transport zum N. opticus nach intravitrealer Gabe beschrieben. In der vorliegenden Studie wurde die eventuelle Einlagerung von ICG nach Anfärbung der Internal Limiting Membrane (ILM) während der Makulaforamen-Chirurgie und event. Auswirkungen auf die Optikusfunktion untersucht. Patienten und Methoden: Bei 10 Patienten mit einem Makulaforamen im Stadium 3 wurde eine Vitrektomie mit ICG-Anfärbung der ILM (0,3 ml einer 1:10 verdünnten ICG-Stammlösung unter Luft) und anschliessendem Peeling der ILM sowie abschliessender Gasfüllung durchgeführt. Bei allen Patienten wurde präoperativ, 2 Wo, 4 Wo, 8 Wo und 12 Wo nach der Operation neben einer ophthalmologischen Untersuchung eine ICG-Leeraufnahme, eine VEP- und eine zentrale Gesichtsfelduntersuchung vorgenommen. Ergebnisse: Bei allen Patienten wurde durch die Operation ein Verschluss des Makulaforamens erreicht. Bei ihnen war zudem 2 Wo postoperativ eine fächerförmige Einlagerung von ICG in die Nervenfaserschicht an den Gefäßbögen sowie eine vermehrte Anfärbung an der Papille und im Bereich des Makulaforamens auf den Leeraufnahmen zu beobachten. Dieses eingelagerte ICG verlagerte sich 4 bzw. 8 Wo nach der Operation in Richtung N. opticus. 3 Mo nach der Operation war es bei allen Patienten im Bereich der Papille sichtbar. Die Optikusfunktion (VEP-Ergebnisse) zeigte sich in diesem Zeitraum kaum beeinträchtigt. Bei den Gesichtsfelduntersuchungen waren nur unspezifische periphere GF-Ausfälle zu beobachten. Schlussfolgerungen: Nach der ILM-Anfärbung mit ICG bei der Makulaforamen-Chirurgie kommt es auch bei stark verdünnter ICG-Applikation zur Einlagerung des Farbstoffes in die Axone der Ganglienzellen im Bereich der Gefäßbögen und der Papille. In den ersten postoperativen Wochen wird der eingelagerte Farbstoff in Richtung N. Optikus transportiert. Über einen im Tierexperiment beobachteten Weitertransport in Richtung Gehirn kann nur spekuliert werden. Die Auswirkungen dieser Farbstoffeinlagerungen auf die Gesichtsfeld- und Optikusfunktionsuntersuchungen scheinen nur diskret zu sein.
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