Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Differentialdiagnostische Aspekte der stationär behandelten Orbitaschwellung an der Universitätsaugenklinik Nairobi, Kenia

1Gäckle H., 1Masinde M. S., 2Spraul C. W., 1Eisert B.,
1University of Nairobi, Department of Ophthalmology (Nairobi)
2Universität Ulm, Augenklinik und Poliklinik (Ulm)

Hintergrund: Bei Schwellungen im Bereich der Orbita lassen sich vielfältige Ursachen differentialdiagnostisch in Betracht ziehen. In einem Entwicklungsland wie Kenia, stellen neben den oft reduzierten Möglichkeiten der Diagnostik und dem sehr variablen Ursachenspektrum, Orbitaschwellungen eine klinische Herausforderung dar.
Methode: 124 Patienten mit Schwellungen im Bereich der Orbita wurden von März 2001 - März 2002 stationär an der Universitätsaugenklinik Nairobi behandelt. Bei allen Patienten wurden die histologischen bzw. mikrobiologischen Befunde ausgewertet.
Ergebnisse: Malignome fanden sich bei 69 Patienten (= 55,3%), entzündliche Orbitaschwellungen fanden sich bei 55 (= 44,7%) der behandelten Patienten. Unter den Malignomen fanden sich 52 Retinoblastomkinder mit Proptosis bzw. Orbitaschwellung, 6 Patienten mit Rhabdomyosarkom, 2 mit pleomorphem Adenom der Tränendrüse, 2 Lymphome der Orbita sowie ein orbitales Neurofibrom. Bei Patienten mit entzündlichen Orbitaschwellungen (49 = 89,1%) konnten in 20 Fällen Erreger aus der Gruppe Streptococcus, 16 mal Hämophilus influenza und 13 mal Staphylococcus aureus nachgewiesen werden. Bei 5 (= 9,1%), Patienten konnte Bacillus anthracis („Anthrax“), bei einer Patientin eine kutane Tuberkulose mit Orbitainvasion als Ursache der Orbitaschwellung nachgewiesen werden.
Schlussfolgerungen: Aufgrund des Mangels an Augenkliniken bzw. Augenärzten in Kenia wurden die meisten Patienten mit Orbitaschwellung erst sehr spät bzw. in einem lebensbedrohlichen Zustand stationär an unserer Augenklinik aufgenommen. Malignome stellten in 55,6% der Fälle die Ursache für eine Schwellung im Bereich der Orbita dar. Bei den entzündlichen Orbitaschwellungen konnten in 11% der Fälle ophthalmologische Raritäten wie kutaner Anthrax oder eine kutane Tuberkulose nachgewiesen werden. Diese Zahlen können als Hinweis auf die zu erwartende Verteilung der Ursachen bei der stationär behandelten Orbitaschwellung in Entwicklungsländern dienen.

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