Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Visusentwicklung von Patienten mit Makulaödem nach Pars-Plana-Vitrektomie und Indocyaningrün (ICG) unterstütztem Membrana limitans interna (ILM) peeling

1Radetzky S., 2Walter P., 1Kirchhof B., 1Joussen A. M.,
1Universität zu Köln, Zentrum für Augenheilkunde, Abteilung für Netzhaut- und Glaskörperchirurgie (Köln)
2Universität zu Köln, Zentrum für Augenheilkunde (Köln)

Hintergrund: Ziel dieser Studie ist die Untersuchung der Wirksamkeit des Membrana limitans interna (ILM) peeling bei Makulaödem.
Methode: In diese retrospektiven Untersuchung wurde bei 25 Augen von 25 Patienten, 13 Frauen und 12 Männer, nach ppV ein mit Indocyaningrün unterstütztes ILM-Peeling durchgeführt. Die Patienten mit einem Durchschnittsalter von 56,8 ± 15,2 (24-77) Jahren wurden zwischen 5/2000 und 10/2001 operiert. Die Hauptdiagnosen waren in abfallender Häufigkeit Uveitis, Zentralvenethrombose (ZVT) und diabetische Retinopathie (DR), gefolgt von vitreoretinaler Traktion, Vaskulitis und Irvine-Gass-Syndrom. Operiert wurden 9 pseudophake und 13 phake Patienten, 2 erhielten intraoperativ eine Intraokularlinse (IOL). Als Endotamponade wurde Gas (3), Silikonöl (5) oder Luft (13) verwendet, bzw auf eine Endotamponade verzichtet (4). Als signifikante Visusveränderung wurde eine Veränderung von zwei oder mehr Reihen im Vergleich zum Ausgangswert angesehen.
Ergebnisse: Eine Visusverbesserung wurde nach acht Tagen in 4% (1/25), 3 Monaten in 15% (3/20) gesehen, nach 6 und 12 Monaten waren keine signifikanten Visusverbesserung zu verzeichnen. Dabei spielt die Grunderkrankung (ZVT, DR, Uveitis oder Irvine-Gass) keine Rolle hinsichtlich der Prognose. Die Art der Tamponade scheint keinen Einfluß auf das visuelle Ergebnis zu haben, obwohl eine Lufttamponde tendenziell zu den besten 1 Jahresergebnissen führte. Dennoch läßt sich in Einzelfällen, beim Makulaödem aufgrund einer Uveitis, diabetischer Retinopathie oder vitreoretinaler Traktion, eine positive Entwicklung nach ILM Peeling verzeichnen.
Schlussfolgerungen: Durch ein ILM peeling bei Makulaödem sehen wir nach 12 Monaten keine suffiziente Sehschärfenverbesserung, Studien an größeren Patientenkollektiven könnten die Effizienz bei bestimmten Patientenkollektiven untersuchen und die Wirksamkeit gegenüber einer alleinigen ppV zeigen. Kontrollierte Studien sollten ebenfalls eine toxische Wirkung von ICG, die ein Makulaödem verstärken und eine Visuserholung verhindern würde, ausschliessen. Die vorliegenden Daten scheinen jedoch zu bestätigen, dass das ILM peeling zwar eine Art Abflußmöglichkeit für intraretinale Flüssigkeit schaffen kann, jedoch nicht in die Krankheitsprozesse, die das Ödem bedingen, eingreifen kann und damit auch keine langfristige Besserung zu erzielen vermag.

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