Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Fehldiagnose Chalazion

1Haentzsch A., 2Pittasch K., 3Schütz A., 2Wiedemann P.,
1Universitätsaugenklinik Leipzig (Leipzig)
2Universität Leipzig, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde (Leipzig)
3Universität Leipzig, Institut für Pathologie (Leipzig)

Hintergrund: Obwohl das klinische Bild des Chalazions überwiegend ein unproblematisches Krankheitsbild darstellt, kann es in seltenen Fällen Ausdruck eines malignen Lidprozesses sein.
Methode: In diesem Bericht soll anhand von zwei Patienten mit malignen Lidtumoren die Differenzialdiagnose Chalazion näher beleuchtet werden.
Ergebnisse: Bei den anfänglich unter der Diagnose „Chalazion" behandelten Patienten handelt es sich um eine 59- und eine 64-jährige Frau. Bei Patientin 1 zeigte das linke Unterlid einen schmerzlosen rötlichen wachsenden Tumor mit Zilienverlust und Teleangiektasien, der bei Erstvorstellung bereits mehr als die Hälfte des Unterlides infiltrierte. Der Tumor und der präaurikuläre Wächterlymphknoten wurden entfernt. Die Histologie ergab ein neuroendokrines Merkelzellkarzinom. Die Lidrekonstruktion erfolgte mittels einer Tarsokonjunktivalplastik nach Hughes und freier Hautplastik. Im Falle der Patientin 2 war der Verlauf deutlich dramatischer. Ein vor 4 Jahren entfernter Oberlidtumor zeigte innerhalb von ½ Jahr ein Rezidiv mit deutlicher Größenzunahme. Unter der Verdachtsdiagnose Chalazion wurde diese Veränderung ohne histologische Untersuchung abgetragen. Erst bei erneuter Größenzunahme erfolgte eine Überweisung in unsere Klinik. Es zeigte sich ein fester gelblich schmerzloser Knoten. Die Histologie ergab ein mäßig differenziertes Talgdrüsenkarzinom. Nach Tumorentfernung und Nachresektion erfolgte eine aufwendige Lidrekonstruktion mittels Stirnstiellappenplastik und Mundschleimhautplastik. 2½ Jahre später trat ein konjunktivales Rezidiv des Karzinoms auf. Als ultimo ratio konnte nur noch eine Exenteratio orbitae durchgeführt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt zeigen beide Patienten keine Anzeichen von Fernmetastasen oder Rezidiv.
Schlussfolgerungen: Die Diagnose Chalazion sollte insbesondere bei älteren Patienten, fehlendem Rückgang des Befundes bzw. Progredienz stets an einen malignen Lidtumor denken lassen. Daher ist es dringend erforderlich, alle exzidierten Tumore histologisch zu untersuchen. Da Rezidive von malignen Tumoren auch nach mehreren Jahren auftreten können, muß eine regelmäßige Nachkontrolle durchgeführt werden.

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