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Stand der chirurgischen Glaukom-Therapie in Deutschland - Ergebnisse einer Umfrage
Lieb W., Zeitz A., Grehn F., Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Universitäts-Augenklinik (Würzburg)
Einleitung: Zahlreiche Neuerungen der operativen Technik in der Glaukomchirurgie werden publiziert und propagiert. Um herauszufinden inwieweit diese Operationstechniken in der täglichen Routinepraxis eingesetzt werden und etabliert sind wurde eine Fragebogenaktion initiiert. Diese soll Aufschluß geben welche Operationen beim primären Offenwinkelglaukom (POWG), Winkelblockglaukom und kindlichen Glaukom in Deutschland zum gegenwärtigen Zeitpunkt angewandt werden. Material und Methode: Anhand eines standardisierten Fragebogens wurden mehr als 2000 Augenärzte Deutschlands (in Praxis, Belegklinik, kommunalen Augenklinik, Universitätsklinik) angeschrieben, mit der Bitte sich über die Anzahl behandelnder Glaukom-Patienten pro Jahr, den Anteil der Glaukom-Operationen an der Gesamtheit der Operationen, die Anästhesieform sowie chirurgisch technische Faktoren der antiglaukomatösen Operationen, zu äußern. Ingesamt waren 383 Fragebögen auswertbar, 248 niedergelassene Augenärzte, 135 in der Klinik. Ergebnisse: Während im Bereich niedergelassener Operateure die Anzahl der Glaukom-Operationen zwischen 1 und 2% ausmachen, liegt der prozentuale Anteil am Gesamt-OP-Gut bei Kliniken zwischen 5 und 10%. In der Mehrzahl werden antiglaukomatöse Operationen in Peri- bzw. Retrobulbäranästhesie und etwa ein 1/3 in Vollnarkose durchgeführt. Beim primären Winkelblockglaukom wird deutschlandweit am Anfallsauge, in 63% eine YAG-Iridotomie und 44% eine chirurgische Iridektomie durchgeführt. Bei den POWG wird deutschlandweit zumeist noch die Trabekulektomie und Trabekulotomie, gefolgt von zyklodestruktiven Eingriffen durchgeführt. Im Bereich der niedergelassenen Operateure stehen insbesondere Trabekulotomie und Viscocanalostomie im Vordergrund. Schlussfolgerungen: Deutschlandweit werden Verfahren wie Trabekulektomie und Cyclophotokoagulation in erster Linie in der Behandlung von schwierigen Glaukomen im Kliniksbereich eingesetzt. Im Ambulanzsektor zeigt sich ein Trend zu nicht penetrierenden bzw. Kammerwinkeleingriffen. Wundheilungsmodellierende Substanzen werden nur von einem 1/3 der Operateure eingesetzt.
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