Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Sterilitätskontrolle von unkonservierten Eigenserum-Tropfen bei therapieresistenten Hornhautepitheldefekten

1Ferreira de Souza R., 2Blüthner K., 1Seitz B.,
1Friedrich-Alexander-Universität, Augenklinik (Erlangen)
2Friedrich-Alexander-Universität, Augenklinik, Kornea Bank (Erlangen)

Hintergrund: Das Ziel dieser Studie war es, die Sterilität von unkonservierten Eigenserum-Tropfen bei stationären Patienten mit therapieresistenten Hornhautepitheldefekten zu untersuchen.
Methoden: Dreißig Patienten mit therapieresistentem Hornhautepitheldefekt im Alter zwischen 28 und 85 (67±14) Jahren wurden im Zeitraum von Oktober 2001 bis März 2002 mit Eigenserum-Tropfen auf 5 verschiedenen Stationen einer Universitäts-Augenklinik therapiert. Nach dem Zentrifugieren von frisch abgenommenem Eigenblut wurde das Serum in sterilen Tropffläschchen bei Kühlschranktemperatur (7°C) aufbewahrt und ein- bis zwei stündlich unverdünnt bis maximal 7 Tage getropft. Mit Hilfe von Blut-, Kochblut-, Endo- und Sabouraud-Agarplatten untersuchten wir die Sterilität der Eigenserum-Tropfen am ersten Tag bevor die Patienten getropft wurden, am vierten und am siebten Tag (letzter Tag der Anwendung). Am ersten und vierten Tag wurden je 40 Eigenserum-Tropfenproben und am siebten Tag 120 Proben (40 Eigenserum-Tropfen-, 40 Fläschchendeckel- und 40 Fläschchenbodenproben) untersucht. Die Agarplatten für die bakterielle Untersuchung wurden nach 48 Stunden Inkubation abgelesen, jene für die Pilz-Untersuchung nach 21 Tagen. Alle Patienten hatten die lokale Eigenserum-Therapie und die prophylaktische Antibiotikagabe für mindestens 7 Tage erhalten. Bis mindestens 30 Tage nach dem letzten Tag der Eigenserumanwendung erfolgte eine Beobachtung aller Patienten hinsichtlich auftretender Infektionen.
Ergebnisse: Die Zeitdauer der Eigenserumbehandlung lag zwischen 7 und 28 Tagen (10±5 Tage). Am ersten und vierten Tag wurde kein Erreger nachgewiesen. Am siebenten Tag waren 3 von 40 (7,5%) Untersuchungen mit Staphylococcus epidermidis kontaminiert. Zwei dieser Kontaminationen basierten auf einer kombinierten Eigenserum-Tropfen- und Fläschchendeckel-Kontamination (5%) und bei der dritten Unsterilität zusätzlich noch auf einer Fläschchenboden-Kontamination (2,5%). Keine Untersuchung zeigte eine Pilzinfektion. Während der Eigenserumanwendung und in dem darauffolgendem Monat zeigten sich bei keinem der Patienten Symptome einer Infektion.
Schlussfolgerungen: Die Eigenserumanwendung stellt bei therapieresistenten Epitheldefekten eine praktikable Therapie dar. Bei Lagerung im Kühlschrank und Tropfengabe durch ausgebildetes Personal ist eine Kontaminationsfreiheit bis zum vierten Tag zu gewährleisten. Mittels adjuvanter prophylaktischer Antibiotikatropfen können bei Verwendung von gekühltem Serum auch bis zum siebten Tag Infektionen vermieden werden.
(Partielle Unterstützung durch CAPES, Brasília, Brasilien (R. Ferreira de Souza))

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