Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Die Wirkung von Brinzolamid (Azopt ®) und Dorzolamid (Trusopt ®) auf die okuläre Perfusion - gemessen mittels farbkodierter Dopplersonographie (CDI)

Reuss J., Zeitz O., Matthiessen E. T., Richard G., Klemm M.,
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde (Hamburg)

Hintergrund: Die Ätiologie des primär chronischen Offenwinkelglaukoms (pcOWG) ist nur unvollständig bekannt. Neben einem erhöhten intraokularen Druck (IOD) wird zunehmend eine Störung der Hämodynamik als Cofaktor für die Entstehung des Glaukoms diskutiert. Die klassische medikamentöse lokale Therapie strebt in erster Linie eine Senkung des IOD an. Effekte der routinemäßig eingesetzten Substanzgruppe der Carboanhydrasehemmer auf die okuläre Durchblutungssituation sind bisher kaum untersucht.
Methoden: Mittels farbkodierter Dopplersonographie (CDI) wurden 8 Augen jeweils vor und während der Therapie mit Dorzolamid (Trusopt®) sowie 10 Augen vor und während Therapie mit Brinzolamid (Azopt®) untersucht. Die CDI-Untersuchungen erfolgten mit einem 7.5L40 Schallkopf (7.5 MHz) eines Sonoline Elegra Advanced Systems (Siemens, Erlangen, Germany). Es wurde der Fluß in der A. ophthalmica (AO), in der A. centralis retinae (ACR) und den Aa. ciliares post. breves (ACPB) gemessen. Der IOD wurde mit einem Applanationstonometer nach Goldmann gemessen.
Ergebnisse: Dorzolamid und Brinzolamid senkten den IOD durchschnittlich um 25,4±8,0% bzw. 18,5±7,0 %. Die maximale systolische Flussgeschwindigkeit stieg unter Dorzolamid in der AO von 25,5±1,0 auf 35,1±4,6 (p < 0,05; n=8) und in der A. ciliaris posterior brevis von 9,0±1,5 cm/s auf 11,8±1,5 cm/s. Die maximale systolische Flussgeschwindigkeit nahm unter Brinzolamid in der AO von 33,2±3,7 cm/s auf 25,7±2,7 cm/s (p < 0,05; n=10) ab, während sie in der A. ciliaris posterior brevis leicht, statistisch jedoch nicht signifikant abfiel. Die enddiastolische Geschwindigkeit in der AO verminderte sich unter Brinzolamid von 7,1± 1,4 cm/s auf 4,5±0,7cm/s (p<0,05, n=8) und blieb unter Dorzolamid konstant.
Schlussfolgerungen: Der augeninnendrucksenkende Effekt beider Präparate ist vergleichbar, während die okuläre Durchblutungssituation durch die Substanzen gegenläufig beeinflusst wird. Dorzolamid erhöht und Brinzolamid reduziert die dopplersonographisch gemessenen Flussgeschwindigkeiten in den retrobulbären Gefäßen. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um mögliche Auswirkungen dieser Beobachtung auf den klinischen Einsatz der Präparate zu klären.

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