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Nicht-morphologische Risikofaktoren für die Progression von Papillenveränderungen beim Normaldruckglaukom
1Rabethge S., 2Martus P., 1Budde W. M., 1Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Fakultät für klinische Medizin Mannheim, Augenklinik (Mannheim) 2Freie Universität Berlin, Klinikum Benjamin Franklin, Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (Berlin)
Hintergrund: Ziel der Studie war zu untersuchen, welche Parameter neben morphologischen Indikatoren der Papille eine Progression glaukomatöser Veränderungen der Papilla N. optici bei Patienten mit Normaldruckglaukom andeuten können. Methode: Die prospektive klinische Beobachtungsstudie umfasste 94 Augen von 60 kaukasischen Patienten mit Normaldruckglaukom. Für alle Patienten wurden wiederholt eine qualitative und morphometrische Untersuchung von farbigen Stereo Papillendiapositiven durchgeführt. Eine Progression des Glaukoms wurde definiert als Verlust von neuroretinalen Randsaum oder Auftreten von Papillenrandblutungen. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 23,78 ± 15,92 Monate. Die statistische Abhängigkeit vom rechten und linken Auge desselben Patienten wurde korrigiert. Ergebnisse: Eine Progression der glaukomatösen Papillenveränderungen wurde in 63 Augen (63/94=67,0%) beobachtet. Zum Ausgangspunkt der Studie waren in der progressiven Gruppe verglichen mit der konstanten Gruppe die minimalen Augeninnendruckwerte statistisch marginal signifikant höher und der Gesichtsfeldschaden war marginal signifikant ausgeprägter (0,05 < p < 0,10). Die progressive Gruppe und die Gruppe ohne Progression unterschieden sich nicht signifikant in der Ametropie, dem mittleren Augeninnendruck, und der Häufigkeit von Diabetes mellitus, arterieller Hypertonie, und einer positiven Familienanamnese für Glaukom (p>0.10). Schlussfolgerungen: Nicht-morphologische Indikatoren für eine Progression glaukomatöser Papillenveränderungen in Patienten mit Normaldruckglaukom sind möglicherweise der minimaler Augeninnendruck. Vorkommen eines Diabetes mellitus, einer arteriellen Hypertonie und einer positiven Familienanamnese für Glaukom spielen wahrscheinlich keine wesentliche Rolle als Indikatoren für eine spätere Verschlechterung.
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