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Benetzungsstörung bei Endokriner Orbitopathie (EO) mögliche Assoziation zur TSH- Rezeptor- Expression in der Tränendrüse
1Eckstein A., 1Finkenrath A., 2Esser J., 3Krüger C., 3Mohr C., 4Steuhl K. P., 1Universität-Gesamthochschule Essen, Zentrum für Augenheilkunde (Essen) 2Universität-Gesamthochschule Essen, Zentrum für Augenheilkunde, Abt. Orthooptik/Sehschule (Essen) 3Universität-Gesamthochschule Essen, Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie (Essen) 4Universität-Gesamthochschule Essen, Zentrum für Augenheilkunde, Abt. für Erkrankungen des vorderen Augenabschnitts (Essen)
Hintergrund: Benetzungsstörungen der Binde-und Hornhaut sind ein häufiges Symptom bei Endokriner Orbitopathie. Ziel der Arbeit war die Untersuchung des Einflusses von Oberflächenvergrößerung, eingeschränkter Augenbeweglichkeit nach oben und der Tränensekretion auf die Benetzungssituation. Mit der Untersuchung der TSH-Rezeptor-Expression in der Tränendrüse sollte der Zusammenhang zur Schilddrüsenautoimmunität geprüft werden. Methode: 49 Patienten mit aktiver EO und 28 Alters-und Geschlechts angepasste normale Personen wurden untersucht. Die Binde- bzw. Hornhautoberfläche wurde mittels Fluoreszein-und Bengalrosa Färbung, der Messung der Tränenfilmaufreisszeit (BUT) und der Impressionszytologie (IPZ) beurteilt. Die Tränensekretion wurde nach Oberflächenanaesthesie mittels Schirmer-Test-Streifen gemessen. Weiterhin wurde die Luft-exponierte Augenoberfläche digital und die monokulare Exkursionstrecke beider Augen nach oben gemessen. 5mm dicke Kryoschnitte einer gesunden Tränendrüse wurden immunhistochemisch mit dem monoklonalen TSH Rezeptor Antikörper BA8 untersucht. Ergebnisse: Die Patienten mit EO zeigten eine signifikante Schädigung der Binde- und Hornhautoberfläche. Score Bengalrosa Anfärbung: EO Patienten: 2.2 ± 1.9; Kontrollen: 0 ± 0.2. Score Fluoreszein Anfärbung: EO Patienten: 2.2 ± 2.1; Kontrollen 0 ± 0. Score IPZ: EO Patienten: 3.7 ± 2.3; Kontrollen: 0.4 ± 0.5. BUT: EO 4.0 ± 4.0s, Kontrollen 20.0 ± 7.0s. Die Tränensekretion war bei EO Patienten signifikant verringert (12.0 ± 9.0 mm) im Vergleich zu den Kontrollen (17.0 ± 6.0 mm). Die Gesamtoberflächenschädigung (Zusammenfassung aller Scores) korrelierte am stärksten zur reduzierten Tränensekretion, weniger zur Hebungseinschränkung und zur Augenoberflächenvergrößerung. Die Epithelzellen der Tränendrüse expremierten inhomogen an der basalen Seite TSH- Rezeptoren. Schlussfolgerungen: Zur Zeit wird die durch Oberlidretraktion und Exophthalmus vergrößerte Augenoberfläche als Hauptursache der Benetzungsstörung betrachtet. Wir konnten jedoch den stärksten Einflussfaktor in der reduzierten Tränensekretion finden. Möglicherweise handelt es sich um eine funktionelle Störung der Tränensekretion, die in einem Zusammenhang zur TSH-Rezeptor-Expression der Tränendrüse steht. Eine weitere große Rolle für die Benetzung spielt die reduzierte Hebung bei EO Patienten, so dass man bei schwerer Benetzungsstörung eine Muskulus rectus inferior Rücklagerung überlegen sollte.
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