Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Immunhistochemische Ergebnisse bei 29 Patienten mit Ocular surface squamous neoplasia (OSSN) der Bindehaut

1Guthoff R., 1Lieb W., 2Marx A., 2Ströbel P.,
1Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Universitäts-Augenklinik (Würzburg)
2Pathologisches Institut, Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Würzburg)

Hintergrund: Ocular surface squamous neoplasia (OSSN) umfassen die Dysplasie, das Carcinoma in situ und das invasive Karzinom der Bindehaut. Intraorbitale und intraokuläre Beteiligung oder Metastasen sind selten. Die Lokalrezidivrate von OSSN ist mit 20-39% jedoch hoch. Wir untersuchten, ob sich immunhistochemische Marker mit klinisch-histopathologischen Befunden besonders hinsichtlich der Prognose korrelieren lassen.
Patienten und Methoden: Wir analysierten retrospektiv klinische und histologische Daten aller Patienten mit OSSN, die zwischen 1995 und 2001 an unserer Klinik operiert wurden. Zusätzlich erfolgte eine immunhistochemische Aufarbeitung.
Ergebnisse: 29 Patienten wurden in die Auswertung miteinbezogen. Das mittlere Alter der 26 männlichen und 3 weiblichen Patienten betrug 67 Jahre (42-90 Jahre). Bei 22 Patienten war die Hornhaut mitbetroffen. Es bestand 1x Lid- und 1x beginnende Orbitabeteiligung, eine Lymphknoten- oder Fernmetastasierung wurde nicht gefunden. Fünfzehn Patienten wurden mit lokaler Tumorexzision behandelt, 6 zusätzlich mit Kryotherapie. Bei 7 Patienten wurde eine lamelläre Keratosklerokonjunktivektomie durchgeführt, davon bei 6 in Kombination mit Kryokoagulation. Bei 2 Patienten war eine Exenteratio orbitae ohne Liderhalt notwendig. Je 2 Patienten wurden nachbestrahlt oder topisch mit Mitomycin C behandelt. Die Rezidivrate betrug 10,4% bei einem mittleren Beobachtungszeitraum von 15 Monaten. Histopathologisch fanden sich bei 9 Patienten Dysplasien, bei 7 Carcinoma in situ und bei 13 invasive Plattenepithelkarzinome. Immunhistochemisch bestand bei 2 Patienten mit klinisch fortgeschrittenen Karzinomen der Verdacht auf eine inaktivierende p53 Mutation, die in den dysplastischen Epithelabschnitten in der unmittelbaren Nachbarschaft des invasiven Tumoranteils nicht nachweisbar war.
Schlussfolgerungen: Die frühzeitige Diagnosesicherung durch eine exzisionelle Biopsie ist anzustreben. Bei protrahiertem Verlauf ist eine Progression zu aggressiverem Wachstumsverhalten möglich. Diese Progression wird möglicherweise durch Mutation von p53 als eher spätes Ereignis in der Tumorentstehung mitverursacht.

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