Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Wahrnehmungs- und Unterscheidungsschwellen sind bei der Konturinteraktion unterschiedlich stark erhöht

Ehrt O., Williams C. B., Hess R. F.,
Augenklinik der LMU München (Ehrt O.) und
McGill Vision Research, Department of Ophthalmology, McGill University (Montréal)

Hintergrund: Der negative Einfluß, den benachbarte Strukturen auf die Erkennbarkeit eines Optotypen haben, wird Konturinteraktion genannt und wurde bisher in der Nähe der Sehschärfengrenze untersucht. Wir möchten klären, ob die Ergebnisse auf größere Sehzeichen übertragbar sind und die Wahrnehmbarkeit und Unterscheidbarkeit des Optotypen durch nahe Konturen unterschiedlich stark beeinflußt werden.
Methode: Auf einem kalibrierten Monochrommonitor wurden von einem PC-System (VSG, Cambridge Research, GB) generierte Landoltringe unter einem Sehwinkel von 0,25° -1° für 500 ms dargeboten. Dabei variierte die Polarität und der Abstand der kontrastreichen flankierenden Balken sowie die Exzentrizität (0° bis 20°) der Stimuluspräsentation. Berechnet wurden die Kontrastschwellenwerte und Konfidenzintervalle für das Wahrnehmen des Landoltringes und die Unterscheidung der Orientierung des Cs.
Ergebnisse: Unabhängig von der Exzentrizität liegt die Unterscheidungsschwelle 30-60% höher als der Schwellenwert für das Wahrnehmen eines unflankierten Landoltringes. Durch Heranrücken der Balken steigt die Unterscheidungsschwelle auf das 1,8 bis 4-fache der gering zunehmenden Wahrnehmungsschwelle an. Besonders ausgeprägt ist der Anstieg des Quotienten bei hellen Balken und für kleine Sehzeichen.
Schlussfolgerungen: Konturinteraktion scheint aus einer Kombination von Maskierung des zentralen Stimulus (besonders bei Flanken gleicher Polarität und große Optotypen) und Beeinträchtigung der Formerkennung (besonders bei Flanken entgegengesetzter Polarität und kleinen Optotypen) zu bestehen. In wie weit diese beiden Mechanismen bei der Amblyopie verändert sind, bleibt zu untersuchen.

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