Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Intraokuläre Persistenz von Herpes Simplex Virus Typ 2 bei akutem retinalem Nekrosesyndrom nach antiviraler Therapie

1Heger T., 1Dithmar S., 2Bugert J., 1Holz F. G.,
1Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Universitäts-Augenklinik (Heidelberg)
2Hygieneinstitut, Virologie (Heidelberg)

Hintergrund: Das akute retinale Nekrosesyndrom (ARNS) ist eine seltene, viral bedingte nekrotisierende Retinitis, welche typischerweise auch beim immunkompetenten Patienten auftreten kann. Ursächlich können sowohl Varizella-Zoster-Viren, Herpes-Simplex-Viren als auch Zytomegalieviren sein.
Kasuistik: Ein 38-jähriger Patient bemerkte eine rasch progrediente einseitige schmerzlose Visusreduktion (defekte LSP). Es bestand eine Panuveitis mit ausgeprägtem Vorderkammer- und Glaskörperreizzustand, weißlichen retinalen Gefäßeinscheidungen und zirkulär nekrotisierender Retinitis. Serologisch war keine akute Viruserkrankung nachweisbar, wobei positive IgG-Titer für VZV, CMV und HSV vorlagen. Es wurde eine antibiotische und antivirale (Valaciclovir) Therapie begonnen und eine Vitrektomie mit Silikonöltamponade durchgeführt. Die Untersuchung des Glaskörperaspirats mittels Polymerasekettenreaktion (PCR)-erbrachte einen positiven Nachweis für HSV Typ 2 Virus-DNA. Unter der antiviralen Therapie wurde postoperativ kein weiteres Fortschreiten der Retinitis beobachtet. Bei passagerer Gangunsicherheit des Patienten wurde eine Lumbalpunktion durchgeführt. Die Liquoranalyse ergab eine geringgradige Reizpleozytose und eine zunächst positive PCR für HSV, die sich in der Wiederholungsanalyse aber nicht bestätigte. Die PCR der bei einem halben Jahr später im Rahmen einer Phakoemulsifikation gewonnenen Spülflüssigkeit ergab erneut den Nachweis von HSV-DNA. Der retinale Befund ist seit 18 Monaten stabil, das rechte Auge bislang symptomlos.
Schlussfolgerungen: Offensichtlich kann HSV2-Virus bei ARNS intraokulär (Spülflüssigkeit) trotz antiviraler Therapie und Stabilisierung des retinalen Befundes persistieren. Die Prognose bei ARNS ist kritisch, insbesondere kann bei circa einem Drittel der Patienten innerhalb von 10 Jahren auch das Partnerauge betroffen werden. Bei Auftreten entsprechender Befunde sollte in Anbetracht der ungünstigen Prognose unverzüglich eine antivirale Therapie eingeleitet werden. Von einer Dauertherapie ist jedoch wegen einer möglichen Resistenzentwicklung abzuraten.

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