Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Adjuvante interstitielle Brachytherapie bei der Behandlung maligner Orbitatumoren

1Kampik D., 2Pfreundner L., 1Lieb W.,
1Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Universitäts-Augenklinik (Würzburg)
2Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Universitäts-Strahlenklinik (Würzburg)

Hintergrund: Aufgrund der anatomischen Verhältnisse und des infiltrierenden Charakters lassen sich einige maligne orbitale Tumoren nicht vollständig operativ resezieren, sodass eine adjuvante Bestrahlung oder Chemotherapie indiziert ist. Die noch wenig genutzte interstitielle Brachytherapie mittels Afterloading-Technik ermöglicht hier eine gezielte hochdosierte lokale Strahlenapplikation im Tumorgebiet unter Schonung gesunder Strukturen.
Methode: Interstitielle Brachytherapie kombiniert mit externer Bestrahlung wurde bei 5 Patienten nach Resektion eines einseitigen malignen orbitalen Tumors in den Jahren 1996-2001 angewandt. Über im Tumorbett platzierte Afterloading-Sonden erfolgte die computergesteuerte Eingabe des Radionuklids Iridium 192, wodurch Gesamtdosen von 12–14 Gy fraktioniert appliziert wurden (high dose rate brachytherapy, HDR). Zur Planung dienten CT-Schnittbilder und 3-D-Rekonstruktionen.
Ergebnisse: Bei 3 Patienten wurde ein malignes Hämangioperizytom der Orbita (davon 1 Rezidiv) sowie bei 2 Patienten ein infiltrierendes Plattenepithelkarzinom unter Erhalt des Bulbus reseziert. Im gleichen stationären Aufenthalt erfolgte die Brachytherapie, die von allen Patienten gut toleriert wurde. Im Nachbeobachtungszeitraum (1/2 bis 4 Jahre) blieben alle Patienten rezidivfrei. 1 Patientin verstarb.
Schlussfolgerungen: Die zusätzliche Anwendung der interstitiellen Brachytherapie mit Afterloading-Technik erlaubt eine hochdosierte isolierte Bestrahlung der betroffenen Gewebe sowie eine deutliche Dosisreduktion bei der transkutanen Radiatio. So lassen sich Strahlenschäden im gesunden Gewebe reduzieren, auch wenn hierfür ein zusätzliches operatives Trauma in Kauf genommen werden muss. Gerade bei Tumoren, die nicht in toto exzidiert werden können oder eine hohe Rezidivrate aufweisen, stellt diese adjuvante Brachytherapie eine innovative und nebenwirkungsarme Ergänzung zur transkutanen Bestrahlung dar.

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