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Blau/Gelb-Perimetrie zur Erfassung früher funktioneller Veränderungen bei Patienten mit Diabetes
Remky A., Weber A., Hendricks S., Plange N., Arend O., RWTH Aachen, Universitätsaugenklinik (Aachen)
Hintergrund: Die Empfindlichkeit des Blauzapfensystems ist ein sensibler Indikator der makulären Funktion bei bestehender diabetischer Makulopathie (Diabetologia 1998; 41: 918). In dieser Studie wird untersucht, ob bereits vor Auftreten eines klinisch signifikanten Makulaödems Funktionseinbußen mit der Blau/Gelb-Perimetrie nachweisbar sind. Methoden: Bei 72 Patienten mit Diabetes mellitus (Dm) mit klaren optischen Medien und ohne klinisch signifikanten Makulaödem wurde sowohl eine konventionelle statische Weiß/Weiß-Perimetrie, als auch eine Blau/Gelb-Perimetrie (Humphrey Prg.10-2) zur Quantifizierung der Veränderungen des kurzwelligen Zapfensystems durchgeführt. Das Kontrollkollektiv (Norm) bestand aus 52 gesunden Probanden im Alter von 16 - 65 Jahren. Die beiden Gruppen unterschieden sich nicht hinsichtlich des Alters (Dm: 37,4 ± 10,9 Jahre, Norm: 36,2 ± 13,7 Jahre; p = 0,60). Ergebnisse: Bei der multiplen Varianzanalyse (ANOVA) zeigte sich ein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen in der mittleren Empfindlichkeit (Blau/Gelb: Dm: 24,9 dB ± 4,3, Norm: 27,5 dB ± 2,9; Weiß/Weiß: Dm: 31,1 dB ± 1,8, Norm 31,8 dB ± 1,5; p < 0,0001). Bei der Blau/Gelb-Perimetrie bestand ein signifikant größerer Unterschied der mittleren Empfindlichkeit zwischen beiden Gruppen als bei der Weiß/Weiß-Perimetrie (ANOVA - Interaktion: p = 0,0048). Schlussfolgerungen: Diese Untersuchung zeigt, dass Funktionseinbußen der Makula schon vor Auftreten eines klinisch signifikanten Makulaödems durch die Blau/Gelb-Perimetrie nachweisen läßt. Die Blau/Gelb-Perimetrie kann möglicherweise Augen mit einem hohen Risiko eines Visusverlustes früher identifizieren.
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