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Langzeitergebnisse der Retinektomie als Therapieverfahren bei therapierefraktären Glaukomen
1Joussen A. M., 2Walter P., 2Jonescu-Cuypers C., 3Bartz-Schmidt K. U., 2Krieglstein G. K., 1Kirchhof B., 1Universität zu Köln, Zentrum für Augenheilkunde, Abteilung für Netzhaut- und Glaskörperchirurgie (Köln) 2Universität zu Köln, Zentrum für Augenheilkunde (Köln) 3Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Universitäts-Augenklinik, Abt. I (Tübingen)
Hintergrund: Wir berichten über die Langzeiteffizienz und Komplikationen nach Retinektomie als drucksenkendes Verfahren bei therapierefraktären Glaukomen. Es wurden Augen ausgewählt (Krieglstein) für die konventionelle filtrierende und zyklodestruktive Verfahren erfolglos oder aussichtslos waren. Methode: Bei 44 Augen (39 Patienten, 22 Männer, 17 Frauen) unter maximaler lokaler und systemischer Therapie wurde bei Druckwerten >35 mmHg eine Retinektomie zur Drucksenkung durchgeführt. Nach Vitrektomie und Retinektomie wurde eine Kurzzeittamponade mit C3F8 durchgeführt. Eingeschlossen wurden Neovaskularisationsglaukome (12), infantile und juvenile Glaukome (3), Aphakieglaukome (12), traumatische Glaukome (7), Uveitis (7) sowie andere (2). Die präoperative Sehschärfe betrug jeweils weniger als 20/50 (Mittel 1.8 ± 0.8 logMAR). Ergebnisse: Bei allen Augen konnte die Retinektomie erfolgreich durchgeführt werden. Der intraokulare Druck nach 4 Jahren betrug mit 15.7±9.4 im Mittel 61% weniger im Vergleich zu den präoperativen Werten (41.2±9.4). 44% der Augen wurden als Langzeittherapieerfolg über 5 Jahre gewertet im Hinblick auf Druckregulierung, Netzhautanlage und Erhalt der Sehleistung. Neovaskularisationsglaukome in Folge eines Zentralvenenverschlußes zeigten den geringsten Therapieerfolg. Augen mit vorbestehender Uveitis tendierten zu niedrigen postoperativen Druckwerten und Phthisis. 47.7% der Augen entwickelten retinale Komplikationen, wobei eine Silikonöltamponade in 11 Augen (52%) auf Grund von PVR oder einer persistierenden Hypotonie erforderlich wurde. 9 Augen entwickelten eine Phthisis, wobei 7 während der Nachbeobachtungszeit enukleiert werden mußten. Bei allen Patienten konnte postoperativ auf systemische Karboanhydrasehemmer verzichtet werden. Schlussfolgerungen: Die Langzeitergebnisse zeigen, dass die Retinektomie ein effizientes Verfahren bei therapieresistenten Glaukomen ist. Der Erfolg ist von der Grunderkrankung abhängig. Die Größe der Retinektomie kann den Erfordernissen entsprechend modifiziert werden. Eine primäre Silikonöltamponade kann bei Augen mit aktiver Neovaskularisation und einem erhöhten Risiko für retinale Komplikationen sinnvoll sein.
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