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Dynamische, binokulare Pupillometrie: Ein neuartiges Messverfahren in der refraktiven Chirurgie
1Schmitz S., 1Henn S., 2Krummenauer F., 1Dick H. B., 1Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Universitäts-Augenklinik (Mainz) 2Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS) (Mainz)
Hintergrund: Die Pupillengröße spielt eine entscheidende Rolle beim Auftreten von photopischen Phänomenen nach refraktiver Chirurgie. Zu den standardisierten Meßmethoden gehört die Colvard-Pupillometrie, bei der die Pupillengröße anhand eines eingebauten Lineals abgelesen werden kann. Das neue Procyon-Pupillometer P2000SA ermöglicht mittels Infrarottechnik eine dynamische binokulare Messung der Pupillengröße unter photopischen, mesopischen und skotopischen Bedingungen. Eine weitere objektive Erfassung der Pupillengröße bietet die Wellenfrontgestützte Messung mit dem WASCA-Analyzer. Diese drei Methoden wurden in einer prospektiven kontrollierten klinischen Studie miteinander verglichen. Methoden: Die Pupillenweite von 56 Augen an 28 Probanden (18 Frauen, 10 Männer, Alter 23±3 Jahre) wurde nach einer Dunkeladaptationszeit von jeweils zwei Minuten von drei unabhängigen Untersuchern an allen drei Geräten in nahezu vollständiger Dunkelheit erfaßt. Nach einem Meßdurchgang wurde der Proband wieder ans Tageslicht gelassen und der nächste Proband nach gleicher Methode gemessen. Es erfolgten insgesamt drei Untersuchungsdurchgänge pro Proband. Beim intraindividuellen Vergleich wurde der Median der Pupillenweite mittels Vorzeichentest miteinander verglichen. Der Vergleich der Streubreite erfolgte mittels Malony/Rastogi-Test. Die Gerätereliabilität wurde mittels R-Koeffizient nach Fleiss, die intraindividuellen Unterschiede mittels Friedman-Test berechnet. Ergebnisse: Im Median wurden mittels Colvard- und dem Procyon-Pupillometer 6.6mm, mit dem WASCA-Analyzer 6.3mm gemessen. Beim Vergleich der Streubreiten ergaben sich beim Colvard-Pupillometer die größten Ausreißer, die wenigsten beim Procyon-Gerät. Die Reliabilität war bei allen drei Geräten hoch (Colvard 97, Procyon 99, WASCA 98%). Beim interindividuellen Vergleich zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede. Schlussfolgerungen: Durch die Wahl der optimalen Größe der optische Zone können Nachtsehstörungen nach LASIK reduziert werden. Alle drei Geräte lieferten zuverlässige Meßergebnisse der Pupillenweite. Das Procyon-Pupillometer ist in der Lage, die binokulare Pupillodynamik zu erfassen und bietet somit gewisse Vorteile gegenüber konventionellen Methoden.
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