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Der internationale Charakter der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) aus historischer Sicht
Herde J., Martin-Luther-Universität, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde (Halle/Saale)
Einleitung: Das heutige Profil der DOG ohne einen Rückblick auf das 145-jährige Bestehen ergäbe ein verzerrtes Bild. Die 100. Jubiläumstagung stellt eine Herausforderung dar, die Geschichte der ältesten ophthalmologischen u. medizinischen Fachgesellschaft unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Wissenschaft zu würdigen. Inhalt: Albrecht v. Graefe (1828-1870), der Gründer der Gesellschaft, hat dank der weltoffenen Erziehung sowie seiner international orientierten Ausbildung mit 2-jähriger Studienreise der ophthalmologischen Gesellschaft vom ersten Tag an einen internationalen Status gegeben. Bereits 1857 zählten F. v. Arlt und Fr. Horner, ab 1858 auch C. Donders zu den aktiven Teilnehmern. Die Gründung der Heidelberger Ohthalmologischen Gesellschaft am 5.9.1863 - erst ab 1920 DOG - erfolgte mit der Annahme des von v. Graefe erarbeiteten Statutes und mit der Benennung des internationalen 6-, ab 1864 8-köpfigen Ausschusses. Dem weitblickenden Geist ihres Gründers entsprechend kannte die Gesellschaft keine nationalen Schranken, jeder war und ist als Mitglied willkommen, der es mit der Pflege und Förderung der Wissenschaft ernst meint. Zwecks Teilnahmeermöglichung an den internationalen Ophthalmologenkongressen entfielen die Heidelberger Zusammenkünfte in diesen Jahren. Die DOG würdigte Jubiläen ausländischer Gesellschaften und Universitäten. Dem Austausch der Sitzungsberichte mit ausländischen Augenärztegesellschaften wurde stattgegeben. Preise der DOG wurden unabhängig von der Nationalität für herausragende wissenschaftliche Leistungen vergeben. Die Wertschätzung einer seiner Urfreunde J. Jacobson, des Mannes, der unermüdlich für die Anerkennung der Ophthalmologie in Preussen kämpfte, brachte Graefe in dem Wunsch, ihn als seinen Nachfolger zu wissen, zum Ausdruck. Die internationale Verbundenheit der DOG wird in der Mitarbeit in übergeordneten internationalen und europäischen Gremien, im zunehmenden internationalen Austausch und in Projekten für die Entwicklungsländer intensiviert. Die ins Leben gerufenen Kommissionen integrieren bei der Erstellung gesetzlicher Vorschriften und Richtlinien internationale Standards. Die Mitgliederschaft der DOG kommt einer internationalen Gesellschaft gleich. Zusammenfassung: Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft hat das Vermächtnis von A. v. Graefe in Ehren bewahrt und um ein Erhebliches vermehrt.
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