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Stellenwert der Strahlentherapie in der Behandlung der Optikusscheidenmeningeome (OSM)
1Lübke B., 1Lieb W., 2Pfreundner L., 1Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Universitäts-Augenklinik (Würzburg) 2Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Universitäts-Strahlenklinik (Würzburg)
Hintergrund: OSM machen 1-2% aller Meningeome aus und sind nach den Gliomen der zweit häufigste Tumor des Nervus opticus. Insgesamt sind 1/3 aller primären Tumoren des Sehnervens Optikusscheidenmeningeome. Bisher bestand die Therapie der OSM in kontinuierlichen Kontrollen und bei Erblindung in Resektion des Sehnervens. Frühzeitige Therapie kann den oft ungünstigen Spontanverlauf der OSM bessern. Ziel der Radiatio ist hierbei nicht die vollständige Tumorresektion, sondern die Verlangsamung der Tumorprogression und ggf. eine Tumorverkleinerung. Methode: Zwischen 7/94 und 12/01 wurden sieben von acht Patienten, die sich mit einem primären OSM in der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Universität Würzburg vorgestellten, mittels Strahlentherapie behandelt. Das Alter der Patienten bei Diagnosestellung betrug im Durchschnitt 56 Jahre, sechs der acht Patienten waren Frauen, in einem Fall zeigte sich ein bilateraler Befall. Bei sieben Patienten ist eine 3D-computergestützte stereotaktische Radiatio fraktioniert à 1,8 Gy mit einer Gesamtdosis von 45 - 50 Gy durchgeführt worden. Ein Patient mit Glaucoma absolutum und Visus Lichtschein wurde nicht therapiert. Bei einem Patienten mit bilateralen OSM und beidseitigem Visus von 0,8 ist die Seite mit dem größeren Tumor bestrahlt worden. Die Nachbehandlungszeit betrug im Mittel 38 Monate. Ein Visuserhalt konnte in vier Fällen erzielt werden, eine Visusminderung trat bei drei Patienten infolge Optikusatrophie oder zentraler Netzhaut- und Aderhautfalten auf, in keinem Fall zeigte sich eine Tumorprogression. Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Stereotaktische Radiotherapie ist bislang die vielversprechendste Behandlungsmethode, von der hohe Krankheitskontrollraten mit Visuserhalt bzw. Visusverbesserung berichtet worden sind. Die Bestrahlung wird computergestützt mit sehr hoher Genauigkeit in täglichen Fraktionen von 1,8 Gy bis zu einer Gesamtdosis von etwa 50 Gy appliziert. Andere Behandlungsmöglichkeiten wie die stereotaktische Radiochirurgie sind wegen der hohen einmaligen Strahlendosis problematisch.
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