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Zu spät entdeckte Amblyopien
Moustafa B., Käsmann-Kellner B., Ruprecht K. W., Universitätskliniken des Saarlandes, Augenklinik und Poliklinik (Homburg/Saar)
Hintergrund: Amblyopie ist eine unilaterale oder bilaterale funktionelle Sehschwäche und betrifft 2-3% der Bevölkerung. Wenn sie nicht mit Schielen mit sichtbaren Winkel kombiniert ist, wird sie häufig zu spät entdeckt. Trotz intensiver Bemühungen um eine Verbesserung des Screenings bei Kindern gibt es noch zu viele zu spät entdeckte Amblyopien. Patienten: Wir berichten hier über 21 Amblyopiepatienten, 15 Jungen und 6 Mädchen, die sich in einem 12-Monatszeitraum erstmals unserer Kinderophthalmologie vorstellten. 13 (61%) hatten einseitige Amblyopie und 8 (39%) beidseitige Amblyopie. 11 (52%) hatten Refraktionsamblyopie, die auch nach Brillenverordnung keine volle Sehschärfe erreichten. 8 (38%) zeigten kombinierte Schiel- und Refraktionsamblyopien, ein Kind (4,7%) Schielamblyopie, und ein Kind (4,7%) wies eine Amblyopie durch eine unerkannte Katarakt auf. Von den Refraktionsamblyopien waren 6 mit hochhyperopem Astigmatismus, 3 mit Anisometropie, eines mit Anisomyopie, und eines mit hoher Myopie. 7 (33%) wurden bei der Schuleingangsuntersuchung entdeckt. 11 (52%) Fälle von Amblyopien wurden im Alter von 3-4 Jahren durch augenärztliche Untersuchungen entdeckt, wobei häufig ein regelrechter Sehtest beim Kinderarzt (U7) erfolgt war und die Eltern eine Überprüfung wünschten. Es wurde berichtet, dass der Visus häufig binokular geprüft worden war. 2 Fälle von Amblyopien wurden erst im Alter von 8 Jahren ausfindig gemacht. Schlussfolgerungen: Die Amblyopie ist eine große Herausforderung für sowohl Augen- als auch Kinderärzte. Um die Amblyopieprävalenz reduzieren zu können, sind Screening-Programme bei kleinen Kindern wichtig und weltweit anerkannt. Idealerweise sollte ein Screening im Altern von 2 Jahren erfolgen. Bei dem wichtigsten Parameter, dem Visus, ist auf eine monokulare Prüfung auch durch Screening-Assistenzpersonal zu achten.
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