Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Beurteilung von fokalen Gefäßkonstriktionen retinaler Arteriolen beim Glaukom

1Böhm A. G., 2Bowd C., 2El-Beltagi T., 1Pillunat L. E., 2Weinreb R. N.,
1Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde (Dresden)
2Glaucoma Center, UCSD (La Jolla)

Hintergrund: In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass fokale Verengungen von retinalen Arteriolen bei Glaukompatienten häufiger vorkommen als bei Gesunden. Ziel dieser Studie war es, zwei unterschiedliche Methoden zur Beurteilung der fokalen Gefäßverengungen zu vergleichen.
Material und Methoden: Stereofotos von 97 Probanden wurden untersucht (48 Gesunde, 20 okulär Hypertensive, 29 Patienten mit primär chronischem Offenwinkelglaukom; jeweils ein Foto von einem zufällig ausgewählten Auge je Proband). Fokale Verengungen von retinalen Arteriolen wurden von 2 Ophthalmologen (unabhängig voneinander und für die Diagnose maskiert) mit zwei unterschiedlichen Untersuchungsmethoden bewertet: 1. Fokale Verengungen der retinalen Arteriolen waren vorhanden, wenn das Gefäß distal der Verengung weiter war. 2. Fokale Verengungen waren vorhanden, wenn das Gefäß sowohl distal als auch proximal der Verengung weiter war.
Ergebnisse: Mit der ersten Definition wurden fokale Verengungen bei 37,5% (18/48) der Gesunden, 35% (7/20) der okulär Hypertensiven und in 65.5% (19/29) der Glaukompatienten nachgewiesen. Mit der zweiten Definition wurden fokale Verengungen bei 18,8% (9/48) der Gesunden, 0% (0/20) der okulär Hypertensiven und in 48,3% (14/29) der Glaukompatienten nachgewiesen. Mit beiden Methoden waren fokale Gefäßverengungen signifikant häufiger bei Glaukompatienten als bei Gesunden vorhanden (Chi-Quadrat Test: Definition 1 p<0.03; Definition 2 p<0.0001). Mit der zweiten Definition war der Anteil von fokalen Gefäßverengungen signifikant höher als mit Definition 2 (Chi-Quadrat Test: p < 0.0001). Die Übereinstimmung der beiden Untersucher war kappa 0.77±0.06 für Definition 1 und 0.43±0.11 für Definition 2.
Schlussfolgerungen: Die Prävalenz von fokalen Gefäßverengungen ist stark von der Definition abhängig. Eine standardisierte Definition ist notwendig, um Studienergebnisse vergleichen zu können. Unabhängig von der Definition ist jedoch eine signifikant häufigere Gefäßkonstriktion bei Glaukompatienten nachweisbar.

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