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Posttraumatische Endophthalmitis: Risikofaktoren, mikrobiologische Diagnostik und funktionelle Ergebnisse im Zeitraum von 1999-2000 im Zentrum für Augenheilkunde in Ho Chi Minh Stadt (Vietnam)
1Tran T. P., 1Le M. T., 1Bui T. H., 2Nguyen M. T., 3Nguyen N. X., 3Küchle M., 1Zentrum für Augenheilkunde (Ho Chi Minh Stadt) 2Institute for Microbiology (Ho Chi Minh Stadt) 3Friedrich-Alexander-Universität, Augenklinik (Erlangen)
Hintergrund: Die posttraumatische Endophthalmitis nach perforierender Verletzung nimmt eine Sonderstellung unter den intraokularen Infektionen ein. Wir berichten über Inzidenz, Risikofaktoren und funktionelle Ergebnisse postraumatischer Endophthalmitis in Vietnam. Patienten und Methode: In einer retrospektiven Studie wurden die klinischen und mikrobiologischen Daten von 515 Patienten mit perforierender Verletzung, die 01/1999 bis 05/2000 im Zentrum für Augenheilkunde in HCM Stadt-Vietnam behandelt wurden, untersucht und ausgewertet. Die Therapie war standardisiert: 1. Nach GK-Biopsie intravitreale Injektion von 0,1mg/0,1ml Gentamycin und 1mg/0,1ml Vancomycin; 2. Subkonjunktivale Injektion von 25mg/0,5ml Vancomycin und 20mg/0,5ml Gentamycin; 3. Lokale und systemische Antibiotika-Therapie nach mikrobiologischen Befunden; 4. Systemische Steroidtherapie. Klinische Parameter wurde auf den Zusammenhang mit erhöhten Endophthalmitisrisiko geprüpft. Ergebnisse: Von 515 Patienten mit perforierender Verletzung wurde bei 61 Patienten (11,8%) Endophthalmitis diagnostiziert und behandelt. Die mikrobiologische Untersuchung aus dem GK-Aspirat war nur bei 50% aller Patienten positiv. Mikrobiologisch wurden 51% Gram-positive, 33% Gram-negative Bakterien und 16% Pilze als Ursache identifiziert. Als signifikante Risikofaktoren zeigten sich: 1. Das Vorliegen einer reinen Hornhautwunde; 2. Wundlänge kleiner als 5mm; 3. Chirurgische Primärversorgung später als 24 Stunden nach der Verletzung; 4. Ungenügende Antibiotika-Therapie und 5. Patienten vom Lande. Der Zeitraum von Verletzung bis zur Diagnose von Endophthalmitis betrug 16,8±5,6 Tage. Die Nachbeobachtungszeit betrug 15,6±23,4 Tage. Der Visus bei Diagnose betrug bei 96% aller Patienten von Fingerzählen bis Lichtschein. Bei 14% aller Patienten mit Endophthalmitis war eine Enukleation notwendig. Bei 29% aller Patienten entwickelte sich eine Phthisis bulbi. Ein postoperativer Visus von mehr als Fingerzählen wurde nur bei 10% aller Patienten erreicht. Schlußfolgerung: Posttraumatische Endophthalmitis ist ein großes Problem in Vietnam. Verzögerung der Therapieeinleitung oder unzureichende Maßnahme verschlechtern die Prognose erheblich. Die unverzügliche chirurgische Primäreversorgung und systemische Antibiotikaprophylaxe sind unabdingbar. Bei Risikoaugen sollte die prophylaktische Injektion intraokularer Antibiotika bereits im Rahmen der Primärversorgung erwogen werden.
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