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Assoziation von Bindehautneoplasien und HIV-Infektion in Kinshasa (D.R.Kongo)
1Timm A., 1Schittkowski M., 2Stropahl G., 1Krüger H., 3Sinzidi C., 3Kayembe D. L., 1Guthoff R., 1Universität Rostock, Augenklinik (Rostock) 2Universität Rostock, Institut für Pathologie (Rostock) 3Service d`Òphthalmologie, Cliniques Universitaires de Kinshasa (Kinshasa)
Hintergrund: Bindehautkarzinome sind Tumoren der 6./7. Lebensdekade und treten in Deutschland mit einer Häufigkeit von 1/20 000 auf. Seit Jahren ist bekannt, dass in Afrika vermehrt maligne Tumoren der Bindehaut auftreten. Untersucht werden soll die Assoziation von Bindehautkarzinomen mit einer HIV-Infektion in der Region Zentralafrika in Kinshasa (D.R. Kongo). Methode: Im Jahr 2001 konnte von 35 Patienten der Universitäts-Augenklinik Kinshasa, bei denen ein Bindehauttumor entfernt wurde, eine histologische Beurteilung in Rostock erfolgen. Es handelte sich um 12 männliche und 23 weibliche Patienten im Alter von 20 bis 75 (Mittel 41) Jahren. Bei allen Patienten wurde vor Ort eine serologische Untersuchung auf eine HIV-Infektion durchgeführt. Ergebnisse: 18 von 35 Patienten waren HIV-positiv. Von den HIV-positiven Patienten zeigten 6 Patienten (33%) ein Plattenepithelkarzinom. 7 Patienten (39%) zeigten eine Präkanzerose in Form einer Dysplasie und bei 5 Patienten (28%) handelte es sich um eine Pinguecula. Von den HIV-negativen Patienten zeigten 5 Patienten (29%) ein Plattenepithelkarzinom. 8 Patienten (47%) zeigten eine Dysplasie, 1 Patient eine Pinguecula, 1 Patient ein Talgdrüsenkarzinom, 1 Patient ein Papillom und bei einem Patienten war keine histologische Beurteilung möglich. Das Durchschnittsalter der HIV-positiven Patienten mit einem Platttenepithelkarzinom betrug 41 Jahre und das der HIV-negativen Patienten 58 Jahre. Schlussfolgerungen: HIV-infizierte zeigten geringfügig häufiger ein Plattenepithelkarzinom der Konjunktiva als HIV-negative Patienten, wobei die HIV-positiven Patienten im Durchschnitt 17 Jahre jünger waren. Die zunehmende Anzahl jüngerer Patienten läßt neben der prädisponierenden UV-Strahlung weitere Co-Faktoren der Karzinogenese insbesondere eine HIV-Infektion vermuten. Untersuchungen auf zusätzliche virale Infektionen als weitere mögliche pathogene Faktoren sind geplant.
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