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Neue phake Hinterkammerlinse (PRL®) in der refraktiven Chirurgie - erste Ergebnisse in Deutschland
Liekfeld A., Schellenbeck M., Hartmann C., Humboldt-Universität zu Berlin, Charité Campus Virchow-Klinikum, Augenklinik (Berlin)
Hintergrund: Einige refraktive Verfahren, wie PRK oder LASIK, sind durch Faktoren wie hohe Myopie, Hyperopie oder eine dünne Hornhaut in ihrer Anwendung bei entsprechenden Patienten limitiert. Daher existieren für diese Patienten phake Intraokularlinsen. Bei bisherigen Modellen zeigte sich eine relativ hohe Komplikationsrate. Daher wurde in der jüngeren Zeit eine phake Hinterkammerlinse entwickelt, die nach bisherigen Erfahrungen außerhalb Deutschlands eine deutlich geringere Komplikationsrate aufweist. Hier sollen unsere ersten Ergebnisse vorgestellt werden. Methode: Bei der implantierten phaken Hinterkammerlinse (PRL®, CIBA Vision) handelt es sich um eine sehr dünne faltbare Linse aus hoch refraktivem Silikon (refraktiver Index 1,46). Sie ist so konzipiert, dass sie flotiert und keinen Kontakt zu der natürlichen Linse hat und nicht im Sulkus fixiert ist. Wir haben diese Linse bisher in vier hochmyope Augen von drei Patientinnen implantiert (Alter: 41, 30, 27 Jahre). Bei drei Augen handelte es sich um amblyope Augen, die präoperative Refraktion lag bei -13,5 bis -21,25 dpt, der Astigmatismus war bei allen <1,5 dpt. Die Vorderkammertiefe war >3,0 mm, die Hornhautendothelzellzahl war >2000 Zellen/mm². Der Nachuntersuchungszeitraum liegt bisher bei 6 Wochen. Ergebnisse: Die postoperative Refraktion lag bei +0,25 bis -1,0 dpt (sphärisches Äquivalent), bei jeweils unverändertem Astigmatismus. Der unkorrigierte Fernvisusus ergab 0,6 bis 0,8 (präoperativ: 1/50 bis 0,2), der bestkorrigierte Fernvisus 0,7 bis 1,0. Eine Patientin entwickelte eine Woche postoperativ eine Augeninnendrucksteigerung auf 30 mmHg, die sich jedoch nach Absetzen der Steroid-Augentropfen zur postoperativen antiinflammatorischen Therapie wieder normalisierte (Steroid-Responder). Ansonsten zeigten sich keine intra- oder postoperativen Komplikationen. Schlussfolgerungen: Die PRL®-Linse erscheint als eine vielversprechende Therapieoption für hochmyope oder hyperope Patienten in der refraktiven Chirurgie. Allerdings handelt es sich bei uns bisher um Einzelbeobachtungen. Es bleiben daher weitere Ergebnisse, vor allem auch über einen längeren Nachbeobachtungszeitraum abzuwarten.
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