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Tiefe Sklerektomie mit MMC versus Trabekulektomie mit MMC
Schwenn O., Springer C., Vogel A., Yun R., Pfeiffer N., Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Universitäts-Augenklinik (Mainz)
Hintergrund: Die Ergebnisse der Advanced Glaucoma Intervention Study (1) zeigen, dass auch beim Glaucoma chronicum simplex ein niedriger postoperativer intraokularer Druck (IOD) erforderlich ist, um eine Gesichtsfeldverschlechterung zu vermeiden. Methode: Zwei potentiell den IOD stark senkende operative Techniken wurden miteinander verglichen. 22 Augen von 22 Patienten mit Glaucoma chronicum simplex wurden nach Randomisierungsschema zwei operativen Verfahren zugeordnet. Bei allen Augen wurde subkonjunktival Mitomycin C (3 Tropfen 0,2 mg/ml mit Merocel-Vlies für 5 Minuten) appliziert. Gruppe 1 erhielt eine tiefe Sklerektomie (TS) mit Entfernung juxtakanalikulären Trabekelmaschenwerks bis zu einer deutlich erkennbaren Filtration. Ein trockenes quervernetztes Hyaluronat (2) fungierte als Implantat. Gruppe 2 erhielt eine Trabekulektomie (TE). Ergebnisse: Beide Verfahren erwiesen sich als stark IOD-senkend. Der Median des IODs betrug 12 Monate postoperativ in der TS-Gruppe 11,5 mmHg (Minimum: 7, Maximum: 21, Mittelwert±Standardabweichung: 12,5±4,2 mmHg), in der TE-Gruppe 11 mmHg (Min: 3, Max: 18, MW±SA: 11,3±4,7 mmHg); die mediane relative IOD-Senkung in der TS-Gruppe -47% (Min: -77, Max: -10, MW±SA: -47±21%), in der TE-Gruppe -57% (Min: -81, Max: -27, MW±SA: -54±18%). Der Visus 12 Monate postoperativ (logarithmische Skalierung) war im Median in beiden Gruppen unverändert (TS-Gruppe: Min: -5, Max: +2, MW±SA: -1,1±2,2 Visusstufen, TE-Gruppe: Min: -3, Max: +2, MW±SA: +0,1±1,3 Visusstufen). Die TE-Gruppe hatte etwas weniger Komplikationen und Interventionen als die TS-Gruppe. Statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen bestanden nicht. Schlussfolgerungen: Ein aggressives chirurgisches Konzept bei Durchführung einer tiefen Sklerektomie ermöglicht eine genauso starke IOD-Senkung wie bei einer Trabekulektomie. Vorteile des operativ aufwendigeren Verfahrens in Bezug auf Visus, Komplikationen und postoperative Interventionen im Vergleich zur Trabekulektomie sind dann allerdings nicht mehr vorhanden. (1) AGIS: Am J Ophthalmol 2000; 130: 429-440 (2) Schwenn et al: Trabekulotomie, tiefe Sklerektomie und Viskokanalostomie. Ophthalmologe 1998; 95: 835-843
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