Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Lebensqualität bei Patienten mit Katarakt – Vergleichende Betrachtung des SF-36- und des VF-14 Tests

1Reichelt J. A., 1Kovács N., 2Handschuh T., 2Siebmann J. U., 2Küchler T.,
1Christian-Albrechts-Universität Kiel, Klinik für Ophthalmologie (Kiel)
2Christian-Albrechts-Universität Kiel, Referenzzentrum Lebensqualität i. d. Onkologie (Kiel)

Hintergrund: Neben der Sehschärfe als Parameter zur Beschreibung der Sehfunktion spielt in zunehmendem Maße die Betrachtung der Lebensqua­lität (LQ) von Patienten eine Rolle, um die Auswirkungen von Augenerkran­kungen sowie die Güte von Therapiekonzepten zu evaluieren. Am Beispiel von Patienten vor Katarakt-Operation am ersten Auge wurden die allge­meine sowie die durch das visuelle System bedingte LQ erfasst und zuein­ander in Beziehung gesetzt.
Patienten und Methoden: 101 Patienten wurden im Rahmen einer Pilotstudie am Tag vor der Katarakt-Operation am ersten Auge sowie 2 und 6 Monate postoperativ zu ihrer LQ befragt. Zu Erfassung der allgemeinen Lebensqualität diente die deutsche Fassung des 36-Item Short-Form Survey (SF-36), für die reprä­sen­tative Werte der ge­samten deutschen Normpopulation vorliegen. Die durch das visuelle Sys­tem bedingte LQ wurde mit dem Visual Function Index (VF-14) nach unse­rer inhaltlichen Überarbeitung, Übersetzung und unabhängigen Rücküber­setzung dargestellt.
Ergebnisse: In der präoperativen Befragung erhielten wir 93 auswertbare Erhebungsbögen, nach einem halben Jahr lag die Quote noch bei insgesamt 76 von 101. Die allgemeine LQ lag niedriger als in der deutschen altersentsprechenden Referenzpopulation und änderte sich 6 Monate postoperativ nicht signifikant. Die durch das visuelle System bedingte LQ entsprach weitgehend internationalen Referenzen (Steinberg et al. 1994), im Bereich der globalen Selbsteinschätzung weist die deut­sche Population jedoch eine höhere Zufriedenheit und weniger Schwierig­keiten im Bereich der Sehfähigkeit auf.
Schlussfolgerungen: Ein fehlender Anstieg der allgemeinen LQ nach OP könnte durch mehrere Parameter bedingt sein: 1. Höhere Selbstzufriedenheit und geringerer Leidensdruck als in der amerikanischen Referenzstudie, 2. Höheres Maß an LQ-beein­trächtigenden Allgemeinerkrankungen in der von uns getesteten Population im Vergleich zur alterskorrelierten deutschen Referenz, 3. Noch nicht ope­riertes zweites Auge beeinträchtigt die Lebensqualität, 4. Ophthalmologi­sche Co-Morbidität (zusätzliche „nicht-Katarakt Augenerkrankungen“) be­einträchtigt die LQ. Diese Frage befindet sich zur Zeit noch in Klärung.

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