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Epidemiologie des Glaukoms in der Region Zentralafrika - erste Ergebnisse
1Krüger H., 1Schittkowski M., 2Hopkins A., 3Kayembe D. L., 1Guthoff R., 1Universität Rostock, Augenklinik (Rostock) 2Service ophthlamologique, Hôptial St. Joseph (Kinshasa) 3Service d`Òphthalmologie, Cliniques Universitaires de Kinshasa (Kinshasa)
Hintergrund: Für die Region Zentralafrika stellt nach Katarakt und Trachom das Glaukom die dritthäufigste vermeidbare Erblindungsursache dar. Diese Erkrankung konnte bisher nicht in Hilfsprogramme (z.B. Vision 2020) integriert werden, da keine ausreichenden epidemiologischen Daten vorliegen. Weitere Daten sollen mit der vorgestellten Studie erbracht werden. Methoden: Bisher wurden 300 zufällig ausgewählte Probanden (155 Männlich, 145 weiblich, mittleres Alter 40,9±13,25Jahre) in Kinshasa (D.R. Kongo) augenärztlich untersucht (Anamnese, Visus, Refraktion, Papillendokumentation durch direkte Ophthalmoskopie (c/d-Ratio) und quantifizierte Analyse mittels Heidelberg-Retina-Tomograph (HRT II), Applanations- und Impressionstonometrie (IOD), Hornhaut-Pachymetrie). Auf eine Gesichtsfeld-Untersuchung mußte wie in anderen Studien auch aufgrund mangelnder Kooperationsfähigkeit der Probanden verzichtet werden. Ergebnisse: Es wurden insgesamt 579 (289 rechte u. 290 linke) Augen untersucht. Für eine c/d unter 0,7 fand sich keine Korrelation zwischen c/d und IOD, während diese für eine c/d über 0,7 festgestellt werden konnte. Für alle Augen mit einer c/d über 0,7 konnte keine signifikante Korrelation zwischen IOD und c/d für einen IOD unter 25 mmHg festgestellt werden. Diese fand sich hingegen bei einem IOD über 25 mmHg. Unter den 300 untersuchten Probanden fanden sich 20 Probanden (6,64%) mit einer Exkavation≥0,7 und 27 Probanden (8,97%) mit einem IOD≥25mmHg in mindestens einem Auge. Lediglich 7 Probanden (2,33%) zeigten sowohl eine erhöhte Exkavation als auch einen erhöhten IOD. Schlussfolgerung: Es muß festgestellt werden, daß der nur geringen Anzahl an gesicherten Glaukomen eine große Zahl verdächtiger Befunde gegenübersteht, die mit dem verwendeten Screening erfaßt und einer regelmäßigen Kontrolle und bei Bedarf einer Therapie zugeführt werden kann. Die Werteverteilung für c/d-Ratio und IOD scheinen in der afrikanischen Bevölkerung gegenüber der europäischen Werteverteilung zu höheren Werten verschoben zu sein. Dieses Ergebnis soll durch die geplante Fortsetzung der Studie nach Untersuchung einer größeren Probandengruppe durch einen Vergleich mit einer europäischen Kontrollgruppe vor allem in Bezug auf eine differenzierte Auswertung der verfügbaren HRT-Parameter verifiziert werden.
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