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Diagnostik psychogener Sehstörungen mittels funduskontrollierter Untersuchungsmethoden am Scanning Laser Ophthalmoskop
Bültmann S., Rohrschneider K., Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Universitäts-Augenklinik (Heidelberg)
Hintergrund: Die Diagnose psychogener Sehstörungen stellt eine Herausforderung dar und ist zeit- und kostenintensiv. Zahlreiche Untersuchungsverfahren wurden in die Diagnostik eingeführt, um subjektive Angaben objektivierbar zu machen und Simulation oder Aggravation zu erfassen und die Fehldiagnose therapierbarer Erkrankungen zu vermeiden. Methode: 10 Patientinnen zwischen 12 und 58 Jahren, die sich wegen unklarer Visusreduktion, Metamorphopsien oder Gesichtsfelddefekten vorstellten, wurden neben der üblichen Routinediagnostik inklusive Elektrophysiologie auch am Scanning Laser Ophthalmoskop untersucht. Hierbei kam die statische und kinetische Fundusperimetrie, Leseprüfung und mfERG Stimulation am SLO (RETIscan) zum Einsatz. Ergebnisse: Bei allen Patienten ließ sich eine stabile zentrale Fixation beobachten. Bei den Fällen konzentrischer Gesichtsfeldeinengung am Goldmann-Perimeter fanden wir in der kinetischen Fundusperimetrie verschobene Gesichtsfeldaußengrenzen und unterschiedlich ausgeprägte Folgebewegungen im angegebenen Skotomareal. Lesetexte wurden subjektiv nur bei großen Optotypen erkannt, die das Restgesichtsfeld überschritten, bei kleineren waren deutliche Einstellbewegungen zum Zeilenanfang zu beobachten. In zwei Fällen konnte ein pathologisches mfERG bei Ableitung am SLO durch instabile Fixation während der Ableitung erklärt werden. Das Ganzfeld ERG war in allen Fällen normal, mfERG und VEP in 4 Fällen kooperationsbedingt nicht verwertbar. Schlussfolgerungen: Neben der Diskrepanz von stabiler fovealer Fixation zu angegebener Visusreduktion ist die videogestützte Beobachtung von Einstellbewegungen bei der Perimetrie bei der Diagnostik von Simulation und Aggravation hilfreich. Auffällig erscheint die unterschiedliche Größe angegebener Restgesichtsfelder in Abhängigkeit des untersuchten Netzhautareals. Die Möglichkeit, Fixationsort und Stabilität zu beurteilen und die Vergleichsmöglichkeit zu den fundusperimetrischen Resultaten, macht das mfERG am SLO zu einem präzisen objektiven Untersuchungsverfahren.
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