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| Programm & Abstracts "Innovationen in der Augenheilkunde" | |
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Zur Geschichte der Augenheilkunde in Berlin vor 1810 Henning A.,
1498 ist für Berlin der erste Okulist belegt, Meister Hermann im Dienst des Kurfürsten Johann (Cicero) von Brandenburg. Er zählt zu den seit 1412 von den Hohenzollern in Brandenburg zunehmend verpflichteten Leibmedici. Ein Jude Moses blieb 1510 wegen Kenntnissen in der Augenheilkunde von der Todesstrafe verschont, die 37 seiner Glaubensbrüder für ein unterstelltes Sakrileg in Berlin erlitten. Als Hofokulisten sind in Königsberg Johann Dietrich Schertling 1667 und Joseph Viviani 1696 belegt, Schertling 1676 auch am Moskauer Zarenhof. Johann Andreas Eisenbarth, der u.a. Stare stach, hat Berlin von 1698 bis 1725 fünfmal besucht. Ab 1715 bis 1741 betrieb der Hugenotte Jean Blanc in Berlin Unter den Linden eine augenärztliche Praxis. Von 1750 bis 1769 war in Berlin der reisende Okulist Joseph Hillmer aus Hainburg ansässig, den Friedrich II. 1748 zum Professor für Augenheilkunde ernannte, 1753 bis 1786 Valentin Andreas Köhring und 1758 bis 1788 der Hofokulist Christian Gottlieb Cyrus. 1750 hatte Friedrich II. John Taylor, den er als englischen Agenten verdächtigte, kurzfristig des Landes verwiesen. Nach Hillmers Ausweisung aus Rußland 1751 wegen Scharlatanerie schickte 1753 der preußische König zur Fortbildung den Militärchirurgen Jacques Taverne nach Paris, der 1755 als erster in Berlin Katarakte nach Daviel extrakapsulär extrahierte. 1772 praktizierte Johann Baptist Wenzel auf der Rückreise von Rußland in Berlin, von 1779 bis 1785 mehrfach der sächsische Hofokulist Giovanni Virgilio Casaamata, der 1782 in Dresden die erste deutsche Augenklinik einrichtete, 1781 François und Denis Pellier nach ihrem Rußlandbesuch, 1790 Joseph de Raineri, nachmaliger Leibokulist Zar Pauls I., und 1791 Karl Ludwig Seiffert. Nach der 1763 von Simon Pallas edierten Anleitung zur practischen Chirurgie für Hörer seiner jährlichen Winter-Vorlesungen lehrte der chirurgische Ordinarius am Collegium Medico-chirurgicum noch den tradierten Starstich. Pallas Nachfolger ab 1769, Joachim Friedrich Henckel, empfahl und praktizierte die Boutonnière, die intraokulare Depression des getrübten Linsenkerns nach Entbindung durch die hintere Linsenkapsel, die er als Militärchirurg 1738/39 in Paris bei Antoine Ferrein erlernt hatte. Ab 1787 machte der chirurgische Ordinarius Christian Ludwig Mursinna die Davielsche Starextraktion am Collegium Medico-chirurgicum zur Methode der Wahl. Als 1810 Carl Ferdinand von Graefe zum Ordinarius für Chirurgie und Augenheilkunde an der neuen Friedrich-Wilhelms-Universität berufen wurde, verblieb Mursinna das Ordinariat an der 1795 gegründeten Bildungsanstalt für Militärärzte Pepinière bis zu seinem Tod 1825. |
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