Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Die Implantation einer Multifokallinse bei einem 4jährigen Jungen mit einseitiger Katarakt

1Tandogan T., 2Drodofsky C. M.,
1Augenklinik Tausendfensterhaus (Duisburg)
2 (Duisburg)

Hintergrund: Ein 4jähriger Junge wurde zur Kataraktoperation bei posteriorem Lentikonus überwiesen. Eine Okklusionstherapie wurde für 13 Monate durchgeführt, bevor die Diagnose gestellt wurde. Bei der Erstvorstellung betrug die Refraktion des gesunden rechten Auges +1,75D und die des linken Auges +9,5/-4,75 bei 123°. Der bestens korrigierte Fernvisus des rechten Auges betrug 1,0 und der des linken Auges betrug 0,25. Im Titmus-Test war kein stereoskopisches Sehen nachweisbar. Die Fundusuntersuchung zeigte keine pathologischen Befunde.
Methode: Präoperativ wurden eine optische und akustische Biometrie durchgeführt. Für die Berechnung der Intraokularlinse wurde die SRK/T Formel verwendet. Die Operation wurde in Intubationsnarkose mit einer temporalen 3,0 mm Clear-Cornea-Inzision (CCI), einer vorderen und hinteren Kapsulorhexis und einer vorderen Vitrektomie durchgeführt. Dabei wurden ein Kapselspannring und eine zonal progressive Multifokallinse (Array, Allergan) implantiert. Die CCI und die Parazentesen wurden mit einem 10-0 Faden stabilisiert. Zur Amblyopiebehandlung wurde das rechte Auge postoperativ okkludiert.
Ergebnisse: Unmittelbar postoperativ bestand nur ein geringer Reizzustand (Zellen+, Tyndall+) ohne Fibrinreaktion. Einen Monat post-OP betrug der Visus am LA mit -1,5 sph 0,4, 18 Monate postoperativ betrug der unkorrigierte Fernvisus 0,8 und der unkorrigierte Nahvisus 0,9. Im Titmus-Test wurden die Fliege und die Ringe 1 bis 6 erkannt. Auch auf Befragen klagt der Patient nicht über Halos oder Blendung. Die Linse sitzt stabil im Kapselsack. Es besteht keine wesentliche Kapselfibrose, insbesondere keine Veränderung der vorderen oder hinteren Kapselöffnung. Die optische Achse ist frei.
Schlussfolgerungen: Diese Ergebnisse mit dem relativ guten stereoskopischen Sehvermögen deuten darauf hin, dass die Implantation einer multifokalen IOL insbesondere bei agilen Kindern, die eine Brille kaum tolerieren und bei einseitiger Cataract eine Möglichkeit darstellt, eine Art Pseudoakkomodation herzustellen. Die prinzipiellen Nachteile einer multifokalen IOL, wie schlechteres Kontrastsehen und erhöhte Blendungsempfindlichkeit, scheinen bei diesem Patienten nicht von besonderer klinischer Relevanz zu sein, da er auch auf gezieltes Befragen hin keine Beschwerden äußert. Insbesondere bei schwieriger Compliance scheint der Vorteil der Pseudoakkomodation den Nachteilen der Multifokallinse zu überwiegen. Bereits mehrfach publiziert wurde die Bedeutung einer Stabilisierung der Zugänge zum Auge durch Nähte, um die postoperative Entzündungsreaktion zu minimieren. Auch die Bedeutung einer hinteren Kapsulorhexis und einer vorderen Vitrektomie für die dauerhafte Klarheit der optischen Achse ist seit einiger Zeit bekannt. Da Kinder ein erhöhtes Risiko einer schwereren Entzündungsreaktion oder einer Kapselveränderung haben und aufgrund des bei Pseudophaken generell erhöhten Risikos einer Ablatio wäre es wünschenswert, eine multifokale Akryllinse mit modernem Kantendesign zur Verfügung zu haben.

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