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Herpes zoster ophthalmicus und orbitales Infiltrat als Manifestation einer chronisch lymphatischen Leukämie (CLL)
1Thimm C., 2von Eicken J., 3Schneider U., 1Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Universitäts-Augenklinik (Tübingen) 2Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Universitäts-Augenklinik, Abt. I (Tübingen) 3Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Universitäts-Augenklinik, Abt. III (Tübingen)
Einleitung: Neurologische Komplikationen bei CLL können u.a. durch direkte leukämische Beteiligung oder sekundär durch eine herpetische Schädigung des neuralen Gewebes bedingt sein. Das Vorkommen beider Mechanismen wurde in der Literatur im Bereich der Cutis beschrieben, jedoch nicht im Bereich der Orbita. Methode und Ergebnisse: Ein 78- jähriger Patient stellte sich mit einer linksseitigen Ophthalmoplegia interna und externa und einem dramatischen Visusabfall im Rahmen eines Zoster ophthalmicus bei chronischer B-Zell-Leukämie im Stadium IV nach Rai vor. Unter Aciclovir i.v. (3 x 500mg) und Decortin H (100mg tgl.) kam es zur raschen Besserung der Ptosis, der Visus stieg von defekter Lichtscheinprojektion auf Handbewegungen an. Computer- und kernspintomographisch fielen neben einer entzündlichen Veränderung des linken Opticus eine den Opticus umgebende Infiltration des Orbitaconus auf. Diese entsprach am ehesten einem leukämischen bzw. einem herpetischen oder granulomatösen Infiltrat. Von einer Biopsie wurde wegen der Lage des Befundes abgesehen. Nach Reduktion der systemischen Steroide verschlechtertet sich die ophthalmologische Situation trotz Fortsetzung der Aciclovirtherapie erneut. In der Verlaufskontrolle zeigte sich das Orbitainfiltrat unverändert. Aufgrund der fortgeschrittenen CLL wurde ein leukämisches Oritainfiltrat angenommen und eine Chemotherapie mit Chlorambucil und Prednisolon nach dem Knospe-Schema empfohlen, wobei sich die unklare Raumforderung unter Visusanstieg (1/35) zurückbildete. Schlussfolgerungen: Bisher gibt es keine klinischen oder radiologischen Kriterien, die eine pathogenetische Differenzierung einer orbitalen Infiltration in lymphoproliferative, virale oder spezifische Veränderung zulassen, obwohl dies für das therapeutische Vorgehen von Bedeutung wäre. Neben herpetischen und granulomatösen Veränderungen sollte daher auch an ein leukämisches Infiltrat der Orbita gedacht werden, um frühzeitig therapeutische Maßnahmen einzuleiten.
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