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Besonderheiten der Kataraktchirurgie bei Relativem Anteriorem Mikrophthalmus (RAM): Anatomie - assoziierte Pathologie - Komplikationen
Völcker H. E., Auffarth G. U., Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Universitäts-Augenklinik (Heidelberg)
Hintergrund: Augen mit einem schmaler gebauten vorderen Segment bei denen jedoch keine sonstigen Malformationen vorliegen, werden nach Naumann als relativer anteriorer Mikrophthalmus (RAM) bezeichnet. Es handelt sich um Augen mit Hornhautdurchmessern <11mm und Bulbuslängen >20mm. Material und Methoden: Im Rahmen von 112 Kataraktoperationen bei 79 Patienten mit RAM wurden die anatomischen Besonderheiten, vorbestehende assozierte Pathologien, die Ergebnisse der Kataraktoperation und postoperative Komplikationen analysiert. Ergebnisse: Die anatomische Dimensionen des RAM sind: Hornhautdurchmesser: 10,7±0,34 mm, Vorderkammertiefe: 2,20±0,49mm, Linsendicke 5,05±0,45 mm. Präoperativ bestand eine hohe Inzidenz für ein Glaukom (77%), einer Cornea guttata (45,2%) und ein Pseudoexfoliations Syndroms (16%). Bei 60% waren bereits glaukom-chirurgische Eingriffe durchgeführt worden. Nach Kataraktoperation erreichten 51,2% einen Visus >0,5; 69,8% >0,4. Der IOD lag prä-OP mit 1,3±1,4 Glaukommedikamenten bei 16,5±5,8 mmHg. Postoperativ ergab sich eine signifikante Drucksenkung auf 13,6±3,2 mmHg bei gleichzeitiger Reduzierung der antiglaukomatösen Therapie (0,6±1,0) (p<0,01). Die Vorderkammertiefe von präoperativ 2,42±0,47mm vertiefte sich auf 3,33±0,72mm. Schlussfolgerungen: Die speziellen anatomischen Gegebenheiten des RAM sind verantwortlich für eine hohe Glaukominzidenz und die oft unbefriedigende Druckregulierung. Die antiglauko-matöse Kataraktextraktion stellt in dieser Patientengruppe den wichtigsten therapeutischen Eingriff zur langfristigen Tensionseinstellung dar.
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