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Anecortave Acetat in der Therapie der neovaskulären Alters-bezogenen Makuladegeneration
Schmidt-Erfurth U., Medizinische Universität zu Lübeck, Klinik für Augenheilkunde (Lübeck)
Hintergrund: Die pharmakologische Beeinflußung der Angiogenese ist ein neues, nicht-invasives Therapiekonzept bei neovaskulären Erkrankungen der Netzhaut wie z.B. der chorioidalen Neovaskularisation (CNV) bei der Alters-bezogenen Makuladegeneration (AMD). Anecortave Acetat, ein chemisch modifiziertes Steroidderivat, hat in präklinischen Studien eine hohe antiangiogenetische Wirksamkeit gezeigt. In zwei ersten klinischen Studie Phase II wird die Substanz bei Patienten mit subfovealer CNV bei AMD eingesetzt. Patienten und Methode: Zwei randomisierte, Plazebo-kontrollierte, doppelt-maskierte Studien untersuchen die Wirksamkeit von Anecortave als Monotherapie sowie in Kombination mit Photodynamischer Therapie (PDT). In der Anecortave-Monotherapie-Gruppe wurden insgesamt 128 und in der Anecortave-PDT-Studie wurden 136 Patienten behandelt. In der laufenden Monotherapie-Studie wird Anecortave lokal und extraokulär juxtaskleral unter die Tenon des hinteren Poles appliziert. Es werden 3 Dosisgruppen, 30, 15 und 3 mg, gegen Plazebo getestet. Die Behandlung wird bei Restaktivität nach 6 Monaten wiederholt, wenn der behandelnde Investigator dies für medizinisch sinnvoll hält. In der bereits abgeschlossenen Kombinationsstudie erfolgte die Anecortave-Gabe eine Woche nach PDT. Ergebnisse: In der Analyse der 6-Monatsdaten der Monotherapie-Studie zeigte sich ein positiver Trend in der Anecortave-Gruppe mit 15 mg Dosierung mit einer höheren Rate an Visusstabilisierungen als in der Plazebo-Gruppe ( 88% versus 70%). Im Vergleich der vorwiegend klassischen Läsionen zwischen den verschiedenen Gruppen behielten 92% der Patienten ihre initiale Sehschärfe in der Anecortave-Gruppe und nur 65% in der Plazebo-Gruppe, ein statistisch signifikanter Unterschied (P=0.021). 18% der Anecortave-Patienten zeigten zudem einen Visusanstieg von mindestens 2 Zeilen, der bei keinem Plazebo-Patienten auftrat (P=0.025). Die Kombination von Anecortave (30 mg und 15 mg) mit PDT erzielte eine Stabilisierung bei 78% im Vergleich zu PDT alleine mit 67% der Augen, ein positiver Trend zugunsten der Anecortave-Behandlung. Intraokulare Druckanstiege oder Kataraktentwicklungen traten nicht auf. Schlußfolgerungen: Die lokale Antiangiogenese ist eine Therapieoption mit nachweisbarer Effizienz und Nebenwirkungsfreiheit in zwei Studien, eine davon noch nicht abgeschlossen. Der funktionelle Nutzen von Anecortave Acetat wird in Phase III Studien prospektiv evaluiert.
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