Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Verbesserungsvorschläge zur Diagnostik und medikamentösen Therapie des Glaukoms

Gramer E., Gramer G.,
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Universitäts-Augenklinik (Würzburg)

Unter Zusammenfassung eigener Untersuchungen werden dargestellt: 1. Die Bedeutung des Glaukoms in der Familienanamnese (FAG) für die Frühdiagnostik: Patienten mit Glaucoma chronicum simplex (GCS), okulärer Hypertension (OH) oder Pigmentglaukom (PG) mit FHG waren zum Zeitpunkt der Diagnosestellung signifikant jünger als Patienten ohne FAG. Unter 655 Geschwistern von Patienten mit GCS lag bei 194 (29,6%) ein Glaukom oder eine OH vor. Eine verbesserte Aufklärung der Bevölkerung über die Notwendigkeit von Screening-Untersuchungen bei Verwandten von Glaukom-Patienten kann die Frühdiagnostik und damit die Prognose des Glaukoms verbessern. 2. Patienten mit Niederdruckglaukom (NTG) zeigten eine signifikant größere mittlere Papillenexkavation als Patienten mit GCS oder PG im Stadium I und II des Gesichtsfeldausfalls. Bei NTG und bei Glaukomen im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung ist daher die Perimetrie im Vergleich zur Papillendiagnostik die sensitivere Unter-suchungsmethode für die Beurteilung einer Progrendienz der Erkrankung. Bei Glaukomen mit hohen Augeninnendruckwerten besteht bei Gesichtsfeldausfällen Stadium I häufig noch eine normale Papillenexkavation, so daß mit der Papillendiagnostik allein ein beginnender Glaukomschaden übersehen werden kann. Die Verwendung eines zur Glaukom-Perimetrie geeigneten Prüfpunktrasters bei den Pflichtuntersuchungen für Berufs-kraftfahrer könnte daher das Glaukom-Screening verbessern. 3. Kardiale Erkrankungen müssen bei allen Glaukomformen rechtzeitig therapiert werden, da diese bei gleichem Alter bei NTG gleich häufig sind wie bei anderen Glaukomformen. 4. Mit der Kombinationstherapie aus Carbachol 3% und Betablocker 0,5%, die besonders bei Glaukomen mit Pseudophakie geeignet erscheint, läßt sich eine synergistische mittlere IOD-senkende Wirkung von 48,8% erzielen. Ein Kombinationspräparat mit 2x täglicher Applikation erscheint daher wünschenswert. 5. Ein retinaler Halbfeldtest im GDx oder OCT, der die Asymmetrie der Nervenfaserschichtdicke zwischen oberer und unterer Retinahälfte berechnet, ergibt eine Maßzahl, die unabhängig vom Alter des Patienten und der Papillengröße ist und somit ein interindividuell vergleichbarer Parameter einer Glaukom-Screening-Untersuchung darstellen könnte.

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