Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Neue Ansätze zur Prävention von Abstoßungsreaktionen nach perforierender Keratoplastik

Reinhard T., Sundmacher R.,
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Universitäts-Augenklinik (Düsseldorf)

Immunreaktionen sind noch immer die Hauptkomplikation nach perforiender Keratoplastik. Das gilt sowohl für Normal- als auch für Hochrisikosituationen. Die ausschleichende Gabe lokaler Steroide ist für beide Indikationsgruppen Standard, für Hochrisikosituationen außerdem die Gabe von systemischem Cyclosporin A. Die nachfolgenden Verbesserungen der Prophylaxe von Immunreaktionen sind in den nächsten Jahren denkbar: 1. Lokale Immunmodulation: Sowohl Normal- als auch Hochrisikoaugen können künftig möglicherweise vom Einsatz des potenten lokalen Immunmodulators FK506 profitieren. 2. Systemische Immunmodulation: Für Hochrisikosituationen steht bereits jetzt systemisches Mycophenolatmofetil als gut verträgliche Alternative zu systemischem Cyclosporin A zur Verfügung. Möglicherweise kann dieses Immunmodulativum bei längerfristigem Einsatz über beispielsweise 24 statt bisher nur 6 bis 12 Monaten die derzeitigen Ergebnisse weiter verbessern. Daneben sind klinische Studien zur Testung von Kombinationen systemischer, im Keratoplastikmodell an der Ratte erfolgreich getesteter Immunmodulativa wie Rapamycin/Mycophenolatmofetil oder Rapamycin/Cyclosporin A in Vorbereitung. Tierexperimentell werden derzeit weitere vielversprechende Immunmodulativa wie beispielsweise FTY720 getestet. 3. HLA-Matching: Diese bislang zu unrecht sehr vernachlässigte Möglichkeit wird in den nächsten Jahren in Normal- und Hochrisikosituationen weiter optimiert werden. Das wird zunächst die Erfassung von Splits im Bereich des Major Histocompatibility Complex betreffen. Daneben wird man versuchen die relative Bedeutung von Mismatches („taboo“ versus „permissible“) besser zu erfassen. Schließlich wird die Rolle der tierexperimentell sehr wichtigen Minors in klinischen Studien geklärt werden. 4. Transfektion von Transplantaten: Ziel ist es, die Transplantatendothelzellen zur (vermehrten) Expression inhibitorischer Zytokine zu bringen. Da bislang nur wenige tierexperimentelle, aber noch keine klinischen Studien vorliegen, ist eine Vorhersage zur Bedeutung dieser Option derzeit noch nicht möglich.

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