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Randomisierte Studie zum Vergleich der Auftrittshäufigkeiten unerwünschter Lichtsensationen nach Implantation monofokaler bzw. multifokaler Intraokularlinsen unter Adjustierung an den Einfluss der Vorinformation durch den aufklärenden Arzt
1Krummenauer F., 2Dick H. B., 2Tehrani M., 3Blümle S., 3Ott H., 1Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS) (Mainz) 2Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Universitäts-Augenklinik (Mainz) 3Pharm Allergan GmbH (Ettlingen)
Zielsetzung / Fragestellung: Im randomisierten Versuch soll festgestellt werden, ob die Auftrittshäufigkeiten unerwünschter Lichtsensationen nach einem Katarakteingriff von äquivalenter Grössenordnung sind bei monofocalen bzw. multifocalen Intraocularlinsen. Um den Einfluss der Aufklärung über mögliche kurz- und mittelfristige unerwünschte Auswirkungen der Implantationen solcher Linsen bewerten und die Ergebnisse an diesen Einfluss adjustieren zu können, sollen beide Therapiearme ferner in zwei Intensitätsstufen der Aufklärung stratifiziert werden: Eine Hälfte der Patienten wird im üblichen standardisierten Sinne mit allen Informationen über die möglichen unerwünschten Phänomene aufgeklärt, die zweite Hälfte erhält eine intensive Zusatzinformation durch das Vorführen eines Videos zu genau diesen Blendstörungen. Es wird erwartet, dass sich nach Adjustierung der durch solche Interventionen entstehenden Unterschiede die verbleibenden Auftrittshäufigkeiten als von vergleichbarer Grössenordnung herausstellen. Rationale: Nach den Ergebnissen einer randomisierten Studie (Dick et al, 1999) zum Vergleich der monofocalen Intraocularlinse SI-40 NB mit der Design-identischen multifocalen Variante Array SA-40 N (Fa Pharm Allergan) gibt es eine Tendenz von Patienten mit multifocalen Intraocularlinsen zu einer gegenüber monofocalen Linsen höheren Auftrittshäufigkeit von Halos, was auch derzeit laufende offene Anwendungsbeobachtungen nahelegen. Der aufgetretene Unterschied wird aber inzwischen als Effekt einer intensiveren Aufklärung durch den Arzt bei eben den multifocalen Linsen diskutiert, da dieser Unterschied in der Häufigkeit der subjektiven Wahrnehmungen bei Evaluation der Blendempfindlichkeit nach objektiven Kriterien (Glare, Flicker etc.) nicht bestätigt werden kann. Im Rahmen einer Äquivalenzstudie sollen nun entlang der subjektiven und der objektiven Kriterien die Einflüsse von Linsenwahl und Aufklärung bewertet werden, in dem auch die Stärke der Vorinformation über die möglichen Lichtsensationen berücksichtigt werden soll (Ohnuma, Eng, 2000). Da die möglichen Unterschiede in der Blendempfindlichkeit auch starken Einfluss auf die Entscheidung über die Nacht-Fahrtauglichkeit und damit bei vielen Patienzen auch auf deren Berufsleben haben, liegt die gesundheitsökonomische Dimension der Studie auf der Hand. Literatur: (1) Dick HB, Krummenauer F, Schwenn O, Krist R, Pfeiffer N (1999): Objective and subjective evaluation of photic phenomena after monofocal and multifocal intraocular lens implantation. Ophthalmology 106, 1878-1886 (2) Ohnuma K, Eng D (2000): Visuelle Simulation der multifocalen Intraocularlinse Array mittels eines Augenmodelles und einer CCD-Kamera. Video, ASCRS 2000 Boston Wichtigste klinische Endpunkte: Primärer Endpunkt: Auftreten von Halos (Blendstörungen / Lichtsensationen) im Zeitraum bis sechs Monate nach Linsenimplantation (ja / nein). Wichtigste sekundäre Endpunkte: objektive Messung der Blendempfindlichkeit (Glare, Flicker, ReganChart) Routinebiometrie des Augen (Vorderkammertiefe, Achsenlänge, Refraktion) Visus, Hornhauttopographie Studiendesign: Beobachtungsstudie mit zwei parallelen Gruppen (monofokal, multifokal) zum Nachweis der Äquivalenz, 1:1-randomisiert, einseitig verblindet, stratifiziert nach Aufklärungsmodus; tetrazentrisch Wichtigste Ein-/Ausschlusskriterien: Einschluss: Alter > 18 Jahre; präoperativer Astigmatismus < 2 D; Ausschluss: postoperativ reduziertes Papillenspiel; IOL-Dezentrierung > 1 mm; ausgeprägte Makulaveränderungen; Hornhautnarben; intraoperative Komplikationen mit Glaskörperverlust Diagnostische und therapeutische Methoden: Therapie: Implantation der Intraocularlinse Diagnostik: Erfassung der subjektiven Kriterien einer Blendempfindlichkeit mittels modifiziertem Arnold questionnaire (Dick et al, 1999) sechs Monate post-OP; Erfassung der objektiven Kriterien einer Blendempfindlichkeit mittels Standardtests (Glare, Flicker, ReganChart, Haloausmessung); Routinebiometrie des Auges mittels IOL-Master; Papillometrie, Visus, computerisierte Hornhauttopographie (jewelis drei und sechs Monate post-OP) Statistische Methoden / Fallzahlplanung: Für den binären primären Endpunkt Auftreten von subjektiven Blendstörungen (Halos) wurde eine Fallzahlplanung mittels des exakten Fisher-Tests auf Äquivalenz durchgeführt. Gegenüber dem zu erwartenden Anteil von 30% bei den multifocal implantierten Patienten wird eine Auftrittshäufigkeit von 25%-35% als klinisch gleichwertig angesehen, d.h. es soll eine Äquivalenz modulo einer Toleranz von 5% im primären Endpunkt nachgewiesen werden. Werden pro Gruppe und Stratum n=150 Patienten eingeschlossen, so kann dies auf einem Signifikanzniveau von 0.05 mit einer Power von 0.80 nachgewiesen werden; eine zu erwartende drop out-Rate von 10% ist dabei bereits berücksichtigt. Die Analyse des primären Endpunktes erfolgt entsprechend mit dem exakten Fisher-Test auf Äquivalenz, eine Zwischenanalyse ist nicht vorgesehen. Die sekundären Endpunkte werden gemäß ihrem Skalenniveau analysiert, eine Adjustierung an die Stratifikation und diese weiteren Endpunkte wird mittels logistischer Regressionen erfolgen. Leiter der Klinischen Prüfung: PD Dr. med. Burkhard Dick; Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Univ. Mainz (Direktor: Prof. Dr. med. Norbert Pfeiffer); Langenbeckstrasse 1, D-55101 Mainz; Email: bdick@mail.uni-mainz.de Projektmanagement Biometrie / Gesundheitsökonomie: PD Dr. rer.nat. et med.habil. Frank Krummenauer; komm. Leiter Medizinische Biometrie / Klinische Epidemiologie Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Univ. Mainz; Obere Zahlbacher Strasse 69, D-55131 Mainz; email: krummi@imbei.uni-mainz.de Projektmanagement Leitendes Prüfzentrum: Dr. med. Mana Tehrani; Prüfärztin an der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Univ. Mainz (Direktor: Prof. Dr. med. Norbert Pfeiffer); Langenbeckstrasse 1, D-55101 Mainz; Email: tehrani@augen.klinik.uni-mainz.de Sponsor: Pharm Allergan GmbH; Ansprechpartner: Dr. med. Sandor Blümle, Dr. med. Hans Ott; Rudolf Plank-Strasse 31, D-76275 Ettlingen
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