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| Programm & Abstracts "Innovationen in der Augenheilkunde" | |
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Zelluläre Interaktionen bei der diabetischen Retinopathie Joussen A. M.,
Die diabetische Retinopathie zählt zu den häufigsten Ursachen eines Visusverlustes im mittleren Erwachsenenalter. In vielen Fällen, wie z.B. bei der ischämischen Makulopathie bleiben die therapeutischen Möglichkeiten unbefriedigend. Ein besseres Verständnis der pathophysiologischen Vorgänge könnte zur Entwicklung neuer therapeutischer Strategien beitragen. Die Übersicht analysiert den Wissensstand zu den zellulären Interaktionsmechanismen bei der diabetischen Retinopathie. Hierbei soll insbesondere auf die Beziehungen zwischen Perizyten, Endothelzellen und Leukozyten eingegangen werden. Die Leukostase führt zu einem lokalen Verschluß kleinster Kapillaräste und scheint sowohl für die erhöhte Gefäßleckage als auch für eine progressive Endothelzellschädigung verantwortlich zu sein. Wir haben zeigen können, daß diabetische Leukozyten in der Lage sind, einen apoptotischen Endothelzelltod zu induzieren. Der progressive Endothelzelltod führt in der kumulativen Wirkung im Zeitverlauf letztlich zur Ausbildung lokaler Ischämien und den histologisch nachweisbaren Gefäßveränderungen wie azellulären Kapillaren. Eine neue Gruppe von Wachstumsfaktoren, die Angiopoietine, scheinen die pathologische Interaktion zwischen Leukozyten, Endothelzellen und Perizyten entscheidend mit zu bestimmen. Die therapeutische Gabe von Angiopoietin -1 reduziert nicht nur die diabetische Gefäßleckage, sondern verhindert auch die Leukostase und den assoziierten Endothelzelltod. Der molekulare Hintergrund vieler klinischer Phänomene ist noch nicht abschließend geklärt. Dennoch lassen gegenwärtig bereits in vivo Untersuchungen eine spezifische und ursächliche Therapie möglich erscheinen. Neben einer Antagonisierung der Wirkung von Wachstumsfaktoren wie VEGF oder Angiopoietinen schient auch eine globale antiinflammatorische Therapie wirkungsvoll. Insbesondere bei der Verabreichung von Proteinen müßen jedoch Möglichkeiten einer adäquaten pharmakologischen Freisetzung diskutiert werden. Intraokuläre und auch externe slow-release Systeme könnten hier Verwendung finden. Noch bleibt eine optimale Blutglukoseeinstellung wichtigste Präventionsmaßnahme, doch mögen pharmakologische Ansätze in Zukunft eine Laserprophylaxe- und Therapie überflüssig machen. |
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