Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Neue Aspekte zur Pathogenese und Therapie der endokrinen Orbitopathie

Eckstein A.,
Universität-Gesamthochschule Essen, Zentrum für Augenheilkunde (Essen)

Die endokrine Orbitopathie (EO) ist eine entzündliche Erkrankung der Augenhöhle, die meist im Zusammenhang mit einer Autoimmunhyperthyreose vom Typ Morbus Basedow auftritt. Die EO wird von der Schilddrüsen(SD)-Erkrankung beeinflusst. Hohe Hormonspiegel, ein großes SD-Volumen und hohe TSH-Rezeptor-Antikörper(TSHR-AK)-Spiegel stehen in Zusammenhang mit einem schweren Krankheitsverlauf. Im retroorbitalen Gewebe konnten TSH-Rezeptoren nachgewiesen werden und werden als Kandidat für das gemeinsame Antigen von SD und Orbita betrachtet. In Tiermodellen konnte durch genetische (TSHR cDNA) Immunisierung oder Nutzung von gegen den TSHR sensibilisierten T-Zellen eine dem m. Basedow ähnliche Erkrankung ausgelöst werden. Jedoch stehen TSHR-AK nicht immer in engem Zusammenhang zum Krankheitsverlauf, so dass noch andere Einflussfaktoren eine Rolle spielen müssen. Dazu zählen auch eine Reihe von Umwelteinflüssen, zum Beispiel Rauchen und Stress. Die Festlegung des Klinischen Aktivitäts-Scores und des Schweregrades der EO ist Ausgangspunkt für die therapeutischen Maßnahmen. Bei aktiver Erkrankung stehen die orale und in schweren Fällen die intravenöse Steroidtherapie (Megadosis) und/oder eine Orbitaspitzenbestrahlung noch immer an erster Stelle. Der Effekt neuer antientzündlicher bzw. immunsuppressiver Medikamente muss noch in kontrollierten Studien geprüft werden, ebenso viele adjuvante Therapien, wie zum Beispiel Antioxidantien und Diuretika. Im inaktiven Stadium stehen neue und klassische Operationstechniken zur Verfügung. Dabei sollte eine Orbitaeingriff zuerst, anschließend Augenmuskelchirurgie und zuletzt Lidchirurgie erfolgen. Das Ziel, die Entstehung einer EO bei frischer Manifestation einer Autoimmunhyperthyreose zu verhindern, steht leider noch in weiter Ferne.

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