Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Sheathotomie bei Venenverschlüssen

Mester U.,
Bundesknappschaft Sulzbach/Saar, Augenklinik (Sulzbach/Saar)

Retinale Venenverschlüsse sind die zweithäufigste vaskuläre Erkrankung der Netzhaut. Als gesicherter Risikofaktor gilt die arterielle Hypertonie. Medikamentöse Therapien wie auch die isovolämische Hämodilution sind in ihrer Wirkung begrenzt. Die Laserkoagulation ist hinsichtlich einer Funktionsverbesserung nur bei selektiven Ausgangsbefunden erfolgversprechend. Derzeit wird der Pathomechanismus des Venenastverschlusses in der gemeinsamen Adventitiascheide an der arteriovenösen Kreuzung gesehen: Die Kompression der Vene durch die arteriosklerotisch veränderte Arterie führt zu turbulenten Strömungsverhältnissen in der Vene mit sekundärer Endothelschädigung und eventueller Thrombosierung. Bereits 1988 sahen Osterloh u. Charles daher in der mikrochirurgischen Auftrennung der gemeinsamen Adventitia den konsequenten Therapieansatz. Wir führen seit 1999 eine Dekompression der Adventitiascheide (Sheathotomie) an der arteriovenösen Kreuzungsstelle bei Venenastverschlüssen durch. Die Indikation zur Operation stellten wir bei einem Visus von 0,4 oder schlechter, Blutungen sowie Ödem und Ischämie im Makulabereich. Eine vergleichende Studie mit Patienten gleicher Ausgangssituation, die einen operativen Eingriff ablehnten und daher eine isovolämische Hämodilution über 10 Tage erhielten, ergab signifikant bessere funktionelle Ergebnisse bei den operierten Augen. In der Fluoreszenzangiographie wiesen 83 % der Augen postoperativ eine verbesserte Durchblutung des zentralen retinalen Gefässnetzes auf. Das multifokale ERG zeigte eine deutliche Erholung der zentralen Netzhautfunktion. Bis Juni 2002 wurden 102 Augen mit Venenastverschluss operiert, wobei wir dazu übergegangen sind, routinemässig eine ILM-Entfernung im Bereich der Makula sowie der verschlossenen Vene durchzuführen. Die ILM erweist sich dabei stets verdickt und fest an der Retina anhaftend. Die Rückbildung des Makulaödems sowie die Resorption der Blutung scheint durch die ILM-Präparation beschleunigt zu werden. Unsere Ergebnisse der Sheathotomie sind weiterhin ermutigend. Eine multizentrische, vergleichende Studie ist in Vorbereitung.

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