Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Gentherapeutische Verfahren zur Behandlung des chronischen Offenwinkelglaukoms

Hudde T.,
Universität-Gesamthochschule Essen, Zentrum für Augenheilkunde (Essen)

Der Transfer von Genen in Körperzellen stellt ein attraktives Verfahren zur Behandlung von Augenerkrankungen dar. Dies liegt u. a. an der guten chirurgischen Erreichbarkeit aller Augengewebe, der optischen Kontrollierbarkeit der Effekte und der geringen systemischen Belastung. Zahlreiche Grundlagenarbeiten zur Gentherapie des chronischen Offenwinkelglaukoms liegen vor. Eine Erhöhung der Abflussleichtigkeit des Kammerwassers durch Modifikation der extrazellulären Matrix im Bereich des Trabekelmaschenwerkes wird durch den Transfer von Matrixmetalloproteasen bzw. über die Inaktivierung ihrer Inhibitoren angestrebt. Die Übertragung von dominant-negativem RhoA bewirkt wahrscheinlich über eine Reduktion der interzellulären Verbindungen im Schlemm-Kanal und eine Relaxation infizierter Trabekelmaschenwerkzellen eine Augeninnendrucksenkung im humanen Perfusionsmodell. SPARC (osteonectin/secreted protein acidic and rich in cysteine) verändert bei Trabekelmaschenwerkendothelzellen in vitro das Adhäsionsverhalten und die Zellmorphologie. Eine Zellvolumenänderung durch den Transfer von Genen, die für Ionenkanäle in der Zellmembran kodieren, könnte ebenfalls den Augeninnendruck senken. Neuroprotektive Strategien zielen auf eine Reduktion des apoptotischen Axonverlusts im N. opticus z. B. durch den Caspase-Inhibitor BIRC4 (human baculoviral IAP repeat-containing protein-4) wie in einem Tiermodell (Ratte) gezeigt wurde. Auch wenn eine klinische Anwendung nicht unmittelbar bevorsteht sind die vorliegenden Ergebnisse vielversprechend.

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